Spitzenstuersatz – Für wen gilt er und wie wird dieser errechnet?

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Um zu verstehen ab wann und wie genau der Spitzensteuersatz zur Anwendung kommt, muss man die Berechnung der Einkommenssteuer näher betrachten. Diese wird zur Ermittlung in verschiedene Tarifzonen eingeteilt. Zone eins wird auch als Nullzone bezeichnet. Diese legt die Höhe der Einkünfte pro Jahr fest, bis zu der keine Steuern gezahlt werden müssen. Für die Einkommenssteuererklärung im Jahr 2017 lag der Wert bei 8.820€ für Singles bzw. 17.640€ für Eheleute.

Der Grundsteuersatz liegt bei 14%. Das heißt für jeden weiteren verdienten Euro müssen mindestens 14 Cent an das Finanzamt abgeführt werden. Der Steuersatz steigt fortlaufend bis zu einem Betrag von 13.669€ auf maximal 24% an. Bei der dritten Tarifzone steigt der Steuersatz flacher auf maximal 42% an. Der Einkommensbereich in Tarifzone drei liegt zwischen 13.670€ und 53.665€.

Bei der Tarifzone vier spricht man von der Proportionalzone eins. Dies bedeutet, dass sich der Steuersatz im Bereich von 53.666€ bis 107.330€ nicht linear verändert sonder konstant 42% beträgt. Der Spitzensteuersatz wird schließlich in der Proportionalzone zwei erreicht. Ab einem Einkommen in Höhe von 254.477€ für Alleinstehende, bzw. 508.894€ für Zusammenveranlagte fällt der Grenzsteuersatz von 45% an. Dies ist der höchste Steuersatz in Deutschland.

Zahlen und Fakten zum Spitzensteuersatz

Unter dem Spitzensteuersatz versteht man also den Höchststeuersatz, den man in Deutschland an das Finanzamt abzuführen hat. Im Volksmund wird diese Steuer oft als Reichensteuer bezeichnet. Wie bereits oben erwähnt beträgt dieser Prozentsatz 45%. Zu beachten ist jedoch noch, dass zur Einkommenssteuer noch der Solidaritätszuschlag hinzugerechnet werden muss. Dieser beträgt derzeit 5,5% von der Lohnsteuer. Der endgültige Steuersatz inklusive Soli beträgt also 47,475%.

Wer muss die Reichensteuer bezahlen?

Wer ist alles zur Zahlung der Steuer verpflichtet? Jede natürliche Person, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland besitzt und inländische Einkünfte erzielt ist unbeschränkt steuerpflichtig und muss das gesamte Einkommen (=Welteinkommen) in Deutschland besteuern, es sei denn, es liegt ein Doppelbesteuerungsabkommen mit einem anderen Land vor.

Kann man seinen Spitzensteuersatz senken?

Natürlich gibt es Möglichkeiten seinen tatsächlich zu zahlenden Steuersatz zu reduzieren. Viele reiche Menschen investieren in Finanzprodukte, Immobilien oder andere Unternehmen. Hier fällt nur die Kapitalertragssteuer an. Diese liegt zwischen 20 bis maximal 35%. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag + eventuell Kirchensteuer. Aktien werden grundsätzlich mit 25% + Solidaritätszuschlag + gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Man zahlt bei einer Investition in Wertpapiere also maximal 28% Steuern.

Zudem kommt noch ein jährlicher Sparerpauschbetrag in Höhe von 801€ (Stand 2017). Auf diesen fallen gar keine Steuern an. Deshalb sollte dieser ganz ausgeschöpft werden, um seine persönliche Steuerlast zu reduzieren.

Natürlich ist es auch wichtig alle relevanten Kosten korrekt anzugeben. So kann die Steuerzahllast der Einkommenserklärung für den Bürger gesenkt werden. Deshalb sollte man alle Belege und Unterlagen über das Jahr hinweg geordnet sammeln und sich bei eventuellen Fragen entweder an einen Lohnsteuerhilfeverein oder direkt an einen Steuerberater wenden.

Fazit

Obwohl der Spitzensteuersatz im ersten Moment als sehr hoch erscheint, muss bedacht werden, dass es sich um eine progressive Steuer handelt. Dies bedeutet, dass nur jeder weitere Euro und nicht die gesamte Steuerlast mit dem höchsten Steuersatz besteuert wird. Ginge man beispielsweise von einem Einkommen in Höhe von 120.000€ aus, so betrüge der durchschnittliche Steuersatz lediglich 35,1% der gesamten Einkünfte.

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