Offene und geschlossene Immobilienfonds – Wo liegen die Unterschiede?

0

Für den Immobilienboom ist noch immer kein Ende abzusehen. Das betrifft nicht nur die am Wohnungsmarkt aufgerufenen Preise, sondern auch den Gewerbeimmobilienmarkt. Von diesem Aufschwung wollen auch Anleger profitieren. Offene Immobilienfonds, die es ermöglichen mit kleinen Beträgen am Gewerbeimmobilienmarkt zu investieren, sind bei Investitionsfreudigen so gefragt wie nie.

Die Mehrzahl vielversprechender Immobilien, die sich in Ballungsgebieten befinden, sind für die meisten Privatanleger zu teuer. Kann ein Anleger die notwendigen finanziellen Mittel aufbringen, gestaltet sich das Finden einer geeigneten Immobilie in der Regel recht schwierig. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Anleger zusammenschließen.

Geschlossene Immobilienfonds

Für geschlossene Immobilienfonds wird für ein bestimmtes Projekt Kapital eingesammelt. Ist die Finanzierung des Projektes komplett, folgt die Schließung des Fonds. Bei offenen Immobilienfonds profitieren die Anleger von den Wertsteigerungen und Mietverträgen der Immobilien, die im Fonds enthalten sind. Erst nach einer festgelegten Zeit wird das eingesetzte Kapital zurückgezahlt.

Dies bedeutet, dass es sich bei einem geschlossenen Immobilienfonds um eine Beteiligung handelt. Es besteht jederzeit das Risiko eines Totalverlustes und auch Nachschusspflichten sind nicht ausgeschlossen. Die Wertentwicklung bei offenen Immobilienfonds ist immer von der Entwicklung des jeweiligen Immobilienmarktes abhängig.

So können beispielsweise die Anteilswerte unter den Einstandspreis, zu dem Anteile erworben wurden, fallen. Allerdings streuen offene Immobilienfonds breit. Damit sind sie von den Entwicklungen einzelner Wirtschaftsbranchen, Unternehmen und Ländern weitestgehend unabhängig. Das bedeutet, dass sich wiederum das Risiko reduziert.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds haben keine bestimmte Laufzeit. Die Anteile an die Fondsgesellschaft zurückzugeben ist also im Prinzip für jeden Anleger möglich. Allerdings ist die Voraussetzung, dass die Anteile mindestens zwei Jahre vor der Rückgabe der Anteile gehalten werden. Weiterhin gilt eine einjährige Kündigungsfrist. Daher sollte der Ausstieg aus einem offenen Immobilienfonds gut geplant sein.

Der Grund dafür ist, dass es zu einem Liquiditätsengpass beim Fonds führen kann, wenn zu viele Anleger innerhalb kurzer Zeit ihr Geld zurückhaben wollen. Um dies zu verhindern hat der Gesetzgeber die Haltefristen eingeführt. Neukäufer haben eine Haltefrist von derzeit zwei Jahren einzuhalten. Die Fonds haben, für den Fall, dass Investoren ihre Gelder abziehen sogenannte Liquiditätspuffer in Anleihen, Bankguthaben und Cash.

Fazit

Für diejenigen Anleger, die möglichst flexible sein möchten und mit kleinen Beträgen in Immobilienanlagen investieren wollen, sind offene Immobilienfonds eine gute Gelegenheit. Allerdings ist es nicht ratsam ausschließlich in einen offenen Immobilienfonds zu investieren. Um die Risiken gering zu halten ist der offene Immobilienfonds nur als Beimischung anzusehen. Für Anleger gilt, ihre Ersparnisse zu je einem Drittel in Aktien oder Anleihen und Immobilien anzulegen.

About Author