Zinsfreibetrag aus Kapitalerträgen – Wie hoch fällt er aus?

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Der „Zinsfreibetrag“ ist auch unter der Bezeichnung „Sparerfreibetrag“ bekannt. Dabei handelt es sich um einen Begriff, der im deutschen Einkommensgesetz verankert ist. Dieser bezeichnete zwischen 1975 und 2008 eine Summe, auf die man keine Steuern auf Einkünfte erzielen muss, die aus Kapitalvermögen stammen. Hierzu zählen besonders Zinsen und Dividenden. Es kam im Jahr 2009 zu einer Veränderung und dessen Abschaffung, da die Regierung den Sparer-Pauschbetrag einführte, der den gleichen Zweck erfüllt.

Zinsfreibetrag – Wie kann der Sparer diesen Freibetrag erhalten?

Die Beantragung ist einfach und geht schnell. Hierfür richtet der Kunde einen Freistellungsauftrag an die Bank, die sich um die weiteren Details kümmert. Man kann die derzeit geltende Pauschale von 801 € natürlich splitten und den Gesamtbetrag auf diese Weise bei unterschiedlichen Instituten nutzen. Dabei muss der Sparer jedoch beachten, dass er im Voraus weiß, wie hoch die Erträge ungefähr ausfallen. Daher ist die Beratung durch einen Bankmitarbeiter sinnvoll, da alle Beträge, die über der beantragten Grenze steuerpflichtig sind.

Dies gilt auch, wenn der Kunde nicht die Gesamtsumme ausschöpft. Die 801 € gelten für eine Einzelperson, Ehepaaren steht ein Sparrahmen von 1602 € hingegen zur Verfügung. Diese können gemeinsam oder einzeln die Freistellungsaufträge erteilen. Damit dies gelingt, benötigen die Bankhäuser die von den Steuerbehörden vergebene Steueridentifikationsnummer. Nur wenn diese angegeben ist, kommt es zur Wirksamkeit der Freibeträge.

Auch für Kinder gilt der Sparerfreibetrag

Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft und sollen einen guten Start ins Leben haben. Hierfür ist selbstverständlich Geld notwendig. Daran hat der Gesetzgeber gedacht, weshalb dem minderjährigen Nachwuchs ebenfalls die 801 € zustehen. Da die Sprösslinge noch nicht geschäftsfähig sind, sind die Erziehungsberechtigten für deren Konten und Depots verantwortlich.

Hier kommt es zu einer Trennung der Gewinne, da der Staat berücksichtigt, dass diese nicht für den Sparer selbst sind, sondern für dessen Nachwuchs. Hierfür stellen die Eltern einen gesonderten Antrag auf Steuerbefreiung und unterschreiben diesen. Sie können die Geldsumme nun so aufteilen wie beim eigenen Sparerfreibetrag.

Zinsfreibetrag – Welche Details sind noch wichtig?

Im Vorfeld muss der Kontoinhaber genau nachrechnen, wie hoch die Summen bei den einzelnen Banken sein sollen. Die Gesamtsumme darf dabei die Obergrenze nicht überschreiten. Für das Aufsplitten ist der Antragssteller selbst zuständig. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es Anlagen und Depots bei unterschiedlichen Instituten gibt. Diese stehen nicht in Verbindung und kontrollieren daher nicht, ob die Gesamtsumme korrekt ist.

Die Finanzverwaltungen hingegen gleichen dagegen alle Daten ab und finden schnell heraus, ob es zu einer Überschreitung gekommen ist. Ist dies der Fall, handelt es sich um eine Verletzung der Vorgaben. Tritt dieser Fehler häufiger auf, kommt es zu empfindlichen Ordnungsgeldern durch die Behörden. Diese gehen dann davon aus, dass es sich mindestens um eine mutwillige Fahrlässigkeit handelt. Bleiben die Erträge stets unter den Pauschalen, gibt es keine Schwierigkeiten.

Weitere Feinheiten, die der Antragssteller bedenken muss

So muss man der Laufzeit und Wirkungsdauer des Freistellungsauftrages Aufmerksamkeit schenken. Dieser gilt immer vom 1. Januar eines Jahre bis zum 31. Dezember. Diese Wirksamkeit ist unabhängig vom Antragsstellungsdatum. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, dass es zu einer unbefristeten Dauer kommt. Dies hat den Vorteil, dass man weniger bürokratischen Aufwand hat. Jedoch ist dieser Weg nur sinnvoll, denn der Bankkunde erkennt, dass sich die finanzielle Lage nicht ändert oder er bei weiteren Banken neue Depots oder Konten anlegt.

Zusätzlich ist es sinnvoll, dass der Anleger alle Anträge selbst dokumentiert. Dies hilft, wenn es zu Schwierigkeiten mit den Finanzämtern kommt. Die Fachleute finden so schnell heraus, auf welcher Seite der Fehler liegt. Haben etwa die Bankangestellten einen Fehler begangen, so sind diese dafür haftbar und nicht der Steuerzahler, da dieser sich korrekt verhalten hat. Kopien der Schriftstücke sind dabei die einfachste Methode.

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