Wirtschaftsspionage: Wie Start-ups sensible Daten und Hardware schützen können

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Der Schutz von sensiblen Daten stellt Unternehmen vor eine immer größere Herausforderung. Vor allem in Zeiten der Digitalisierung muss man nicht nur herkömmliche Dokumente sicher verwahren, sondern auch die elektronischen Daten sichern. Besonders erfolgreiche Start-ups, in denen viele innovative Ideen ihren Ursprung haben, werden immer häufiger Opfer von Wirtschafsspionage. Wir zeigen, wie man sich am besten davor schützen kann.

Was ist Wirtschaftsspionage?

Bei der Wirtschafts- bzw. Konkurrenzspionage werden vertrauliche Firmendaten auf illegale Weise ausgeforscht oder entwendet. Oft handelt es sich dabei um Konkurrenzunternehmen, die an das Know-how des Mitbewerbers gelangen wollen oder um Firmen, die an sensiblen Kundendaten interessiert sind. Bei der externen Spionage wird von außen versucht, auf die Daten zuzugreifen. Noch häufiger kommt es allerdings zu internen Spionagefällen, wo die eigenen Mitarbeiter oder sogenannte „Maulwürfe“, die von Konkurrenten eingeschleust wurden, Betriebsgeheimnisse weitergeben.

Wie kann man sensible Unternehmensdaten schützen?

Datenschutz kann in Unternehmen nicht groß genug geschrieben werden. Denn wenn wichtige Dokumente oder Daten entwendet werden, kann das ein Unternehmen im schlimmsten Fall sogar in den Ruin treiben.

Mitarbeiter schulen

Ein wichtiger Punkt im Bereich Datensicherheit liegt in der richtigen Schulung der Mitarbeiter. Durch das Unterschreiben einer Verpflichtungserklärung nach der europäischen Datenschutzgrundverordnung erklären die Mitarbeiter, personenbezogene Daten vertraulich zu behandeln. Mitarbeiter sollten außerdem ein Dokument unterschreiben, in dem sie sich verpflichten, alle betriebsbezogenen Informationen absolut vertraulich zu behandeln. Damit sichert man sich als Unternehmer rechtlich ab. Die verwendeten Passwörter sollten ein hohes Sicherheitslevel haben und in regelmäßigen Abständen geändert werden. Außerdem sollte man die Passwörter auf keinen Fall aufschreiben und neben dem PC aufbewahren.

Eine weitere Sicherheitslücke stellt die Mischung von firmeninternen und privaten Daten dar. Oft werden zum Beispiel private Fotos auf dem Firmen-PC geöffnet oder private USB-Sticks verwendet, wodurch Viren noch leichter ihren Weg ins Firmennetzwerk finden. Firmenchefs sollten ihre Mitarbeiter auf jeden Fall darin schulen, keine E-Mails und Links von unbekannten Absendern zu öffnen.

Wichtige Dokumente sicher verwahren

Firmendokumente und elektronische Datenträger, die vertrauliche Informationen enthalten, sollten nicht einfach so im Büro verstaut werden, wo sie für jedermann frei zugänglich sind. Im Gegensatz zu elektronischen Daten lassen sich herkömmliche Dokumente leichter sicher verwahren. Eine gute Möglichkeit bieten Dokumentkassetten und -tresore oder Bankschließfächer.

Dokumentenkassetten

Wer seine vertraulichen Dokumente in einer feuerfesten hochwertigen Dokumentenbox aufbewahrt, hat gute Chancen, sie sogar nach einem Brand noch unversehrt wiederzufinden. Die meisten Dokumentenkassetten halten nämlich einer Hitzeeinwirkung von bis zu 840°C mindestens 30 Minuten lang Stand. Die Boxen sind außerdem wasserdicht und lassen sich leicht transportieren, da sie nicht mehr als 20 kg wiegen. Mit einem Zahlen- oder Zylinderschloss wird die Box sicher verschlossen.

Dokumententresore

Tresore eignen sich fast noch besser zum Schutz sensibler Dokumente, weil sie durch ihr Gewicht nicht so leicht entwendet werden können. Sie sind in unterschiedlichen Brandschutzstufen erhältlich und können mit einem zusätzlichen Einbruchschutz versehen werden. Tresore, die mit einem speziellen Feuerschutz für digitale Speichermedien ausgestattet sind, überschreiten nie eine Innentemperatur von 50° C, wodurch verhindert wird, dass digitale Datenträger bei einem Brand unlesbar gemacht werden.

Bankschließfächer

Bankschließfächer sind aus folgenden Gründen eine gute Alternative als Aufbewahrungsort für vertrauliche Dokumente: Erstens sollte von jedem wichtigen Originaldokument eine Kopie existieren, die nicht am selben Ort aufbewahrt wird und zweitens ist es nicht schlecht, wenn nicht alle sensiblen Daten direkt in der Firma zu finden sind. In einem Bankschließfach sind die Dokumente sehr gut gegen Diebstahl gesichert und eine Versicherung gegen Brand wird in der Regel auch abgeschlossen. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Dokumente nur innerhalb der Öffnungszeiten der Bank zugänglich sind und daher nicht kurzfristig etwas nachgeschaut werden kann.

Elektronische Daten sichern

Die weitaus größte Hürde stellt heutzutage die Sicherung der elektronischen Daten dar. Als Unternehmer sollte man sich immer bewusst darüber sein, dass man nie genug Wert auf elektronische Dantesicherheit legen kann und sich gleich von Beginn an darum kümmern muss.

Basisschutz

Zum Basisschutz der Bürohardware und -software gehören ein Virenschutz, ein Spam-Mail-Schutz, die Einrichtung von Firewalls und das regelmäßige Durchführen von Software-Aktualisierungen. Mithilfe von Netzwerk-Firewalls können mehrere Unternehmens-PCs gleichzeitig geschützt werden. Außerdem sollte das WLAN-Netz durch die Aktivierung der WPA2-Verschlüsselung gesichert werden. Wem dieser Basisschutz zu wenig ist, der kann eine Verschlüsselung der Netzwerkverbindungen und der Kommunikation per E-Mail einrichten. Außerdem sollte es in jedem Unternehmen einen Experten für IT-Sicherheit geben, der sich um die Aufrechterhaltung der Sicherheitssysteme kümmert.

Cloud Speicher

Grundsätzlich ist es sehr empfehlenswert, die Unternehmensdaten auf eigenen Servern zu speichern, anstatt externe Rechenzentren zu benutzen. Viele größere Unternehmen greifen heutzutage auf Cloud-Speicher zurück, doch dabei sollte vorsichtig vorgegangen werden. Man sollte sich gut überlegen, ob man seine Unternehmensdaten US-Unternehmen wie Amazon, Google oder Microsoft anvertrauen will, die zu den bekanntesten Anbietern von Cloud-Lösungen zählen. Die Daten unterliegen dann nämlich den US-Gesetzen, in denen nicht so viel Wert auf Datenschutz gelegt wird wie in der EU. Empfehlenswerter sind private Cloud-Speicher, die nur im eigenen Unternehmen genutzt werden und ihren Server-Standort in Deutschland haben.

Externe Festplatten

Vertrauliche Unternehmensdaten sollten auf einem eigenen Speichermedium gesichert werden, zum Beispiel auf einer externen Festplatte. Diese kann dann wiederum mit den anderen sensiblen Dokumenten im Safe oder Bankschließfach sicher verstaut werden. Externe Festplatten eignen sich hervorragend als Backup-Speicher für alle Unternehmensdaten, die auf keinen Fall verloren gehen dürfen. Es gibt zwar keinen hundertprozentigen Schutz vor Datenspionage, aber die Gefahr eines Datendiebstahls kann mit diesen Tipps sicher um ein Vielfaches minimiert werden.

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