Warum Zeitarbeit für die deutsche Wirtschaft unverzichtbar geworden ist

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Zeitarbeit genießt in Gesellschaft und Politik nicht den besten Ruf. Oft ist von prekären, schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen die Rede. Die Realität in Zeitarbeitsfirmen sieht dabei aber oft ganz anders aus – die Angestellten in diesen Beschäftigungsverhältnissen sind häufig nicht weniger glücklich als regulär Angestellte auch. Dass diese Verhältnisse stabil bleiben, sollte auch ein Anliegen der deutschen Wirtschaft sein. Dieser Text zeigt, warum.

Eine flexibilisierte Arbeitswelt braucht flexibilisierte Arbeitskräfte

Zeitarbeiter werden insbesondere in solchen Branchen eingesetzt, in denen große Flexibilität verlangt wird. Das dürfte in naher Zukunft sehr viele Branchen betreffen, da die Dynamisierung der Arbeitswelt unaufhörlich voranschreitet und Unternehmen aktuell auf Trends – wie beispielsweise die Digitalisierung – schneller reagieren müssen als jemals zuvor. Voraussetzung für diese Reaktionsfähigkeit ist ein Pool an Beschäftigten, die für spontan entstehende Arbeit schnell zur Verfügung stehen und auch die nötigen Qualifizierungen mitbringen.

Eine gute Personalberatung gewährleistet vielen Unternehmen schon heute die optimale Zuteilung von Arbeitskräften. Das wird auch weiterhin nötig sein: Immer mehr verlagert sich die klassische Dauerproduktion von Unternehmen in Richtung projektbasierte Arbeit. In Zukunft werden nur noch sehr wenige Produktivkräfte dauerhaft ein- und derselben Tätigkeit nachgehen. Vielmehr werden viele Teilaufgaben und -qualifizierungen das Leben eines Arbeitnehmers bestimmen. Personalberatungen übernehmen hier die passgenaue Zuteilung zwischen Angebot und Nachfrage.

Zeit- und Leiharbeiter sind Motoren der Wirtschaft

Die Zahlen aus der Wirtschaftsforschung zeigen, dass Zeitarbeit zu einem enorm wichtigen Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland geworden ist. Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hatten bereits im Jahr 2011 Unternehmen, die Zeitarbeit eingesetzt hatten, knapp drei Viertel des Zuwachses der gesamten Produktion in Deutschland erwirtschaftet. Das bedeutet: Unternehmen, die wachsen wollen, brauchen den kurzfristigen und vereinfachten Zugriff auf qualifizierte Arbeitskräfte.

Schlechtes Image der Zeitarbeit ist ungerechtfertigt

Zeitarbeit ist aber nicht nur für Unternehmen und die Wirtschaft allgemein wohltuend. Auch viele Arbeitnehmer profitieren von den Verhältnissen. Gerade für Menschen, die lange arbeitslos waren, ihren Job krankheitsbedingt unterbrechen mussten oder sich beruflich neu orientieren wollen, ist Zeitarbeit eine gute Möglichkeit, den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu meistern. Oft ist der Erfolg sogar bleibend: Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigte kürzlich, dass insbesondere größere Unternehmen Zeitarbeiter, die länger im Unternehmen beschäftigt waren, gern in feste Angestelltenverhältnisse übernehmen.

Das neue Zeitarbeits-Gesetz dürfte diesen Effekt noch verstärken: Seit 2017 müssen Unternehmen Zeit- und Leiharbeitern spätestens nach 18 Monaten Beschäftigung einen festen Arbeitsvertrag anbieten. Mit dem Gesetz soll vor allem gegen den Missbrauch von Zeit- und Leiharbeitsverhältnissen vorgegangen werden. Dieser Missbrauch beschränkt sich oft auf wenige unseriöse Unternehmen, die damit die positiven Effekte von Leiharbeit öffentlichkeitswirksam überschatten. Es bleibt zu hoffen, dass die neuerliche Gesetzgebung langfristig etwas daran ändern kann.

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