Versicherungen für Selbstständige – Diese Policen werden benötigt

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Etwa 1,4 Millionen Selbstständige gibt es in Deutschland. Zu diesen zählen unter anderem Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten und Künstler. Anders als Arbeitnehmer in einem Unternehmen müssen Freiberufler sich selbst um ihre Versicherungen und Angelegenheiten kümmern. Je nach Arbeitstätigkeit kann sich auch der Versicherungsanspruch unterscheiden.

In der Regel gibt es für bestimmte Arbeitsgruppen Großversicherer, die sich auf die Versicherung ihrer Kunden spezialisiert haben. Zu den wichtigsten Versicherungen für Freiberufler zählt die Sozialversicherung, Krankenversicherung und meist die Haftpflichtversicherung.

Berufshaftpflichtversicherung

Die Risiken, denen Freiberufler und Unternehmer ausgesetzt sind, können sehr unterschiedlich sein. Ein Unternehmer in beratender Funktion ist oft größeren Risiken ausgesetzt, als ein Künstler oder Fotograf. Daher unterscheiden sich auch die Konditionen und Leistungen für die Versicherung je nach Arbeitsfeld. Spezialversicherer bieten meist Policen für die unterschiedlichen Tätigkeiten an, die individuell angepasst sind.

Bei der Berufshaftpflichtversicherung sind in der Regel nur Vermögensschäden eingeschlossen, sodass auch von einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung die Rede ist. Meist sind es Selbstständige in beratenden Tätigkeiten, wie Anwälte, Architekten, Ärzte und Steuerberater, für die eine solche Versicherung sinnvoll ist. Entstehen nämlich durch falsche oder vorenthaltene Informationen beim Kunden Vermögensschäden, kann das zu teuren Schadensersatzforderungen führen, für die dann die Versicherung geradesteht.

Betriebshaftpflichtversicherung

Von der reinen Berufshaftpflichtversicherung ist die Betriebshaftpflichtversicherung zu unterscheiden. Diese ist, wie der Name bereits andeutet, für Betriebe sinnvoll. Das Unternehmen wird so vor Vermögensschäden versichert, die sowohl durch Personen- als auch durch Sachschäden entstanden sind. Fällt der Kunde beispielsweise auf dem frisch gewischten Boden aus und erleidet eine Verletzung, so kann das Unternehmen dafür haftbar gemacht werden. Schadensersatzforderungen sind meist die Folge.

Eine reine Berufshaftpflichtversicherung würde in solchen Fällen nicht einspringen. Bei Unternehmen mit Mitarbeitern ist also der Abschluss beider Versicherungen als sinnvoll zu erachten, da auch durch Mitarbeiter entstandene Schäden so abgedeckt sind.

Versicherungen in der digitalen Welt

Gefahren gehen heute nicht nur von der realen Welt aus, sondern immer häufiger von der digitalen Welt. Kaum ein System ist heute vor Angriffen sicher, das machen die Angriffe auf die Bundestagsserver deutlich. Auch Krankenhäuser, Unternehmen und Freiberufler sind vor den Gefahren im Netz nicht sicher. Die Kunden übrigens auch nicht. Es gilt hier also zunächst einmal zu unterscheiden, zwischen der IT-Haftpflicht und einer Cyber-Versicherung.

Wer in der IT-Branche tätig ist und in der Kundenberatung aktiv ist, dem ist eine solche Haftpflichtversicherung nahegelegt. Denn wer bei der Softwareberatung oder dem Aufbau eines neuen Systems Fehler macht und dem Kunden so Schäden einbringt, der kann dafür haftbar gemacht werden. Etwas anders sieht es aus, wenn der Kunde unverschuldet Schaden nimmt, also durch einen Hackerangriff oder ähnliches. Wenn der IT-Berater seine Arbeit ordentlich gemacht hat und nicht vorsätzlich Sicherheitslücken ignoriert hat, dann trifft ihn auch keine Schuld.

In diesen Fällen ist eine Cyber-Versicherung für Hackerangriffe, DDoS-Attacken und Serverausfälle mit Vermögensausfällen ratsam. In der heutigen Welt, wo Daten immer kostbarer werden und vor allem in immer größeren Mengen vorhanden sind, sehen es auch Kriminelle auf genau diese Daten ab. Doch Vorsicht! Steckt hinter dem Angriff ein Staat, so zahlen Versicherungen oft nicht. Denn dies wird von den Versicherern als Kriegsakt durch einen Staat gesehen. Solche Schäden sind ausgeschlossen. Für viele Versicherte also eine heikle Angelegenheit.

Spezielle Versicherungen

Viele kleine Berufsgruppen brauchen sehr spezialisierte Versicherungen. Kunst- und Antiquitätenhändler benötigen eine andere Versicherung als beispielsweise ein Influencer oder Blogger. Für solche Zwecke gibt es auch spezialisierte Versicherer, die nicht selten auch individuelle und maßgeschneiderte Policen ermöglichen. Unbedingt teurer müssen die übrigens nicht sein, wie von vielen Seiten oft behauptet wird.

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