Innovatives aus der Industrie – Vakuumheber im industriellen Einsatz

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Ein Vakuum ist erstaunlich: Durch die natürlichen Luftdruckverhältnisse auf unserer Erdkugel ist es möglich, dass eine Kraft buchstäblich aus dem Nichts entstehen kann. Und diese Kraft, die einzig auf Druckunterschieden beruht, ist tatsächlich sehr kräftig: Bis zu 40 Tonnen können moderne Vakuumheber im Schwerlastformat tragen.

Heute werden Vakuumheber vor allem für empfindliche, aber schwere Glasplatten eingesetzt, die bruchsicher transportiert werden müssen. Mittlerweile findet die Technik aber auch weit darüber hinaus Einsatz.

Wo wird ein Vakuumheber gebraucht?

Vakuumheber in der Industrie basieren auf einer komplexen aber robusten Technik, die sich für vielerlei Einsatzgebiete eignet. Besonders nützlich ist sie für Gegenstände – üblicherweise Platten – die möglichst wenig ‚harten‘ Kontakt mit Transportmitteln wie beispielsweise Greifarmen, Klammern oder Gurten haben sollen – zum Beispiel bei empfindlichen glatten Oberflächen, bei denen ein Zerkratzen bestmöglich verhindert werden muss.

Allgemein sind große Flächen üblicherweise sperrig und daher mit anderen Transportmitteln besonders umständlich zu transportieren, weswegen Vakuumheber mittlerweile gern auch im kleinen Format verwendet werden. Jede Situation, in der eine sperrige Fläche von einem Menschen getragen muss, birgt Risiken für das Material und den Arbeiter. Vakuumheber saugen die Fläche vorsichtig an und lassen sich in der Regel elegant justieren und manövrieren, so dass sowohl Material als auch Personal geschont werden.

Somit kommen die Heber nicht nur in Fertigungsbranchen wie der Automobilindustrie oder bei Luft- und Raumfahrt zum Einsatz, sondern auch beim Gebäudebau, wo üblicherweise Großformatplatten aus Beton oder Stahl verlegt werden müssen. Vakuumheber werden üblicherweise auch dort verwendet, wo eine sehr genaue Platzierung der Werkstücke nötig ist, die mit herkömmlichen Transportmethoden wie einem Gabelstapler nur schwer zu bewerkstelligen ist.

Wie funktioniert ein Vakuumheber?

Das Funktionsprinzip eines Vakuumhebers ist vergleichbar mit dem einer Wasserstrahlpumpe. Statt des Mediums Wasser, dass bei dieser zum Einsatz kommt, wird hier lediglich die Luft genutzt. Eine oder mehrere Ansaugkomponenten werden auf einer glatten Oberfläche platziert, anschließend übernimmt eine Pumpe den Ansaugvorgang. Gerade für empfindliche Materialien wie Glasscheiben ist es wichtig, dass der Ansaugdruck weder zu hoch noch zu neidrig ist, damit das Material weder beschädigt wird noch herunterfallen kann.

Große Unterschiede gibt es bei der Technik, die die Saugkomponente trägt. Je nach Verwendungszweck muss diese extrem flexibel sein. Vakuumheber können mit einer Fernbedienung relativ präzise gesteuert werden, die Feinjustierung muss aber unter Umständen per Hand erfolgen. Dazu haben einige der Geräte spezielle Griffe, mit denen Arbeiter das bereits angesaugte Werkstück genauestens ausrichten können.

Je nach Material sind unter Umständen auch besondere Saugglocken notwendig. Poröse Materialien lassen sich wegen ihrer Durchlässigkeit beispielsweise nicht allzu leicht mit Luftdruck ansaugen. Hierfür benötigt es spezielle Seitenkanalverdichter in der Saugglocke. So eignet sich ein Vakuumheber unter Umständen sogar für den Transport poröser Spanplatten.

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