Datenklau 4.0: Schutz vor IT-Industriespionage – Wie können sich Unternehmen schützen?

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Durch die zunehmende Digitalisierung werden nicht nur Unternehmen neue Chancen eröffnet, sondern auch für Spione und Hacker bieten sich vollkommen neue, bessere Möglichkeiten. Aber ist die Gefahr von Cyberattacken tatsächlich so groß und wie kann man sich überhaupt vor Industriespionage schützen?

Was ist eigentlich Industriespionage und warum wird das Thema immer wichtiger?

Unter Industriespionage versteht man Maßnahmen, die fremde Regierungen oder Unternehmen ergreifen, um das Wissen anderer Firmen anzuzapfen. Damit soll sich ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den Ländern oder Konkurrenten verschafft werden. Häufig handelt es sich bei den ausspionierten Zielen um technische Neuheiten, die später kopiert werden sollen. Aktuell diskutieren Experten beispielsweise über die Zusammenarbeit, die die Firma Huawei betreffen: Vor allem die USA möchte erreichen, dass die Firma vom Ausbau des superschnellen 5G-Netzes ausgeschlossen wird, denn es wird befürchtet, dass Huawei von den chinesischen Behörden zur Zusammenarbeit gezwungen wird.

Dabei reichen die Bedenken im Bereich Cybersicherheit von Industriespionage im Internet bis hin zu Sabotage, wobei Huawei die Vorwürfe bisher eindeutig bestritten hat.

Woran können Unternehmen erkennen, dass Industriespionage von Hackern betrieben wurde?

Da sich in vielen Fällen nicht eindeutig ermitteln lässt, wer die Spionage begangen hat, ist es sehr schwierig einen Hackerangriff zurückzuverfolgen. Was aber bereits festgestellt werden konnte ist, dass ein großer Teil der Spionageaktivitäten aus dem asiatischen Raum erfolgen. Ob ein Unternehmen Opfer von Industriespionage geworden ist, lässt sich beispielsweise an Plagiaten erkennen, die aus heiterem Himmel im Handel auftauchen und den eigenen Produkten äußerst ähnlichsehen, wenn nicht sogar fast identisch sind.

Besonders häufig wird der Datenklau online begangen, indem beispielsweise firmeneigene Tablets, Firmencomputer, Smartphones und Laptops ausspioniert werden. Auch wenn Betriebsgeheimnisse ungewollt an die Öffentlichkeit gelangen, kann dies ein Anzeichen für Spionage sein. Ebenso verhält es sich, wenn Mitarbeiter plötzlich und unerwartet zur Konkurrenz wechseln. Deutlich offensichtlicher ist es selbstverständlich, wenn Täter einen Einbruch begehen, um wichtige Betriebsgeheimnisse zu erkunden. In Zeiten des Internets ist dies aber immer seltener nötig.

Warum und wie sollten Unternehmen vor und danach auf potenzielle Angriffe reagieren?

Moderne Computertechnik bietet bei der Gestaltung der Arbeitsprozesse enorme Erleichterung. Gleichzeitig machen sie ein Unternehmen aber auch anfällig für Spionagetätigkeiten von außerhalb. Häufig sind dafür unzureichend geschützte Computernetzwerke verantwortlich, die von Hackern schnell und vor allem gezielt angegriffen werden können. Insbesondere Mittelständler sind aufgrund unzureichender Sicherheitsmaßnahmen häufig Opfer von Industriespionage.

Nach Einschätzung von Experten ist es daher besonders für kleine und mittelständische Betriebe unabdingbar, die eigenen Computersysteme vor Datenklau zu schützen. Insofern es einem konkurrierenden Unternehmen gelingt, das technische Know-how eines bestimmten, neu entwickelten Produktes herauszubekommen, kann das besonders für einen Mittelständler schnell das Aus bedeuten. Außerdem gelingt es professionellen Hackern mittlerweile problemlos, ganze industrielle Anlagen lahm zu legen, was natürlich mit unermesslichen Schäden einhergeht.

Schutzmaßnahmen: Wie sollten Unternehmen darauf reagieren und welche Möglichkeiten gibt es?

Aufgrund des relativ großen Risikos sollte ein besonderes Augenvermerk auf der Sicherheit externer Cloud-Server liegen. Insbesondere die Datenverschlüsselung sowie die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Dienstleister sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Doch nicht nur externe Dienste, sondern auch das interne Netzwerk muss selbstverständlich entsprechend gut gesichert sein. Es ist deshalb wichtig, dass die Sicherheit im Bereich der IT nicht nur auf punktuellen Lösungen basiert, sondern vielmehr einem ganzheitlichen Konzept folgt.

Die IT-Sicherheit ist derzeit ein sehr komplexes Thema, sodass sich Unternehmen unter Umständen Unterstützung von Profis holen sollten. Auch bei Auslandsaufenthalten ist stets Vorsicht geboten. Im Idealfall sollten Unternehmer hier auf einfache aber hilfreiche Lösungen zurückgreifen. So kann es durchaus schon sinnvoll sein, für Telefonate ausländische Prepaid-SIM-Karten z.B. für die USA zu nutzen oder das Tablet mit einem guten Virenschutz auszustatten. Dies senkt nicht nur die Kosten, sondern auch die Gefahr vor unbefugten Zugriffen.

Fazit

Die Gefahr für Cyberangriffe ist in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. Besonders Unternehmen geraten immer häufiger in das Visier von Verbrechern, denn das Geschäft mit geklauten Daten ist so lukrativ wie nie zuvor. Betriebe müssen also unweigerlich sofort handeln und die eigene IT-Sicherheit kritisch im Auge behalten. Bei Bedarf sollten unverzüglich entsprechende Sicherheitssysteme nachgerüstet werden.

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