Mikrokontogeschäft – Solide Hilfe bei Finanzproblemen

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Inhaber einer Einzelfirma in Finanznot kommen nur allmählich wieder aus dem Schuldenkreis. Vor allem die Kündigung des Girokontos hat harte soziale Folgen. Mit einem Mikrokonto verbessert sich die Handlungsfähigkeit und kann den Schuldenabbau sinnvoll unterstützen.

Wer kann ein Mikrokonto beantragen?

Einzelunternehmer in finanziellen Schwierigkeiten können einen Teil ihrer Schulden durch eine Privatinsolvenz abwenden. Der Rest allerdings bleibt langfristig ein schweres Handicap, zum Beispiel durch gekündigte Girokonten und somit soziale Nachteile. Doch viele insolvente Firmeninhaber bemühen sich ernsthaft um einen Neustart ohne Schulden. Für sie ist ein Mikrokonto vorgesehen. Allerdings ist die Eröffnung eines solchen Sonderkontos an strenge Bedingungen geknüpft:

  • Es gibt einen gerichtlich erarbeiteten Plan zur Schuldenbereinigung. Auch Insolvenzbeschlüsse werden von den Anbieterbanken akzeptiert. Auf der Grundlage dieser Beschlüsse wird ein Prozess für die Kontoeröffnung durchgeführt. Bei positivem Verlauf kann nun das Mikrokonto geführt werden.
  • Der Kontoinhaber eines Mikrokontos achtet auf eine ordentliche Kontoführung. Konkret dürfen weder Pfändungen auf dem Konto lasten, es darf nicht überzogen werden und es entstehen keine Rücklastschriften. Damit schützen die Anbieterbanken sich selbst vor einem Kapitalverlust und die Kontoinhaber vor neuen Schulden.
  • Läuft gerade ein Insolvenzverfahren, dann ist für die Eröffnung eines Mikrokontos die Zustimmung des Insolvenzverwalters nötig. Damit kann die Bedingung der ordentlichen Kontoführung zusätzlich besser erfüllt werden. Mit der Kontoeröffnung unterwirft sich der Einzelunternehmer gleichzeitig einer strengen Kontrolle. Langfristig kann dies den Abbau der Schulden unterstützen.

Welche Leistungen sind mit dem Mikrokonto möglich?

Beim Mikrokonto handelt es sich um ein soziales Geschäftskonto für Inhaber mit finanziellen Schwierigkeiten. Um diese Schwierigkeiten nicht zu verstärken, wird ein solches Konto ausschließlich auf Guthabenbasis geführt. Jede Überziehung kann zur Kündigung führen. Ist das sichere Guthaben gewährleistet, können mit dem Mikrokonto Überweisungen bei sofortiger Buchung ausgeführt werden. Das Konto wird ausschließlich online geführt.

Wer eine BankCard haben möchte, erhält diese gegen eine Gebühr. Eine BasicCard ist kostenlos. Bargeld kann an Geldautomaten der Anbieterbanken kostenlos abgehoben werden. Kontoauszüge stehen online zur Verfügung oder können an den Auszugsdruckern in der Bankfiliale ausgedruckt werden. Bei Kartenverlust gibt es von den Banken einen weltweiten Notservice, um die Karte sperren zu lassen und so finanzielle Schäden abzuwenden.

Was kostet ein Mikrokonto?

Die Kontoführung für ein Mikrokonto kostet – unabhängig von den Kontobewegungen – eine feste Monatsgebühr. Diese liegt um 25 % bis 50 % über normalen Kontogebühren. Jede Buchung auf dem Online-Mikrokonto wird zusätzlich berechnet. Auch eine BankCard und das postalische Zusenden von Kontoauszügen müssen extra bezahlt werden. Besonders teuer werden Überziehungen abgerechnet. Zwar sind diese grundsätzlich nicht erlaubt, aber je nach Geschäftsentwicklung möglich.

Der Zinssatz für solche Überziehungen richtet sich nach den Marktgepflogenheiten anderer Banken. Obwohl sich das alles teuer liest, ist es für Einzelunternehmer in Finanznot eine gute Alternative aus der Schuldenfalle heraus. Denn bei ernsthaftem Interesse an einer Bereinigung können die Kontokosten im akzeptabel kleinen Bereich gehalten werden.

Fazit

Das Mikrokontogeschäft unterstützt Inhaber von Einzelfirmen beim Abbau ihrer Schulden. Speziell bei laufender Insolvenz, verlorenem Girokonto und vorliegenden Gerichtsbeschlüssen zur Schuldenbereinigung kann damit künftig besser agiert werden. Den Bedingungen für die Kontoeröffnung stehen viele Leistungen gegenüber, die in Finanzkrisen die Handlungsfähigkeit verbessern.

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