Mietnebenkosten: Abrechnung und potentielle Sparmaßnahmen

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Nicht nur die Mieten steigen in vielen Städten Deutschlands beträchtlich, auch die Nebenkosten machen mittlerweile einen großen Teil der Lebenshaltungskosten vieler Menschen aus. Strom, Wasser, Heizung – all diese Posten werden selten günstiger. Doch: Wie hoch darf eine Nebenkostenabrechnung überhaupt sein? Und wie kann man sie senken, wenn es viel zu viel sein sollte?

Was darf der Vermieter an Nebenkosten umlegen?

Was viele Mieter gar nicht wissen: Nicht alle Nebenkosten dürfen seitens des Vermieters auf den Mieter umgelegt werden. Es gilt also genau hinzuschauen: Was wird abgerechnet und in welchem Umfang? Zur Umlage gestattet sind dem Mieter alle Kosten, die für den „Betrieb“ der Wohnung nötig sind. Daher ist der korrekte Terminus für die Nebenkostenabrechnung eigentlich auch „Betriebskostenabrechnung“. Einfacher ist es zunächst zu fragen, welche Kosten der Vermieter nicht abrechnen darf. Hierzu gehören vor allem Verwaltungskosten und Instandhaltungskosten. Diese sind oft intransparent auf der Betriebskostenabrechnung gelistet.

So kann es zum Beispiel sein, dass für das Mietobjekt ein Hauswart engagiert wurde, der wichtige Verwaltungsaufgaben wie die Vereinbarung und Wahrnehmung von Handwerkerterminen übernimmt. In diesem Fall kann der Vermieter nicht einfach ohne weiteres die Kosten für solche Verwaltungsaufgaben auf den Mieter umlegen, selbst wenn er dies in einer Klausel so vereinbart hat. Er muss nachweisen, wie der Hauswart für solche Aufgaben entlohnt wird und inwiefern darüber hinaus noch Kosten anfallen.

Wie kann man seine Betriebskosten senken?

Eine Senkung der Betriebskosten klingt zunächst einfacher als gedacht. Oft wird einem vorgeschlagen, man könne doch einfach neue Verträge vereinbaren oder schlicht weniger verbrauchen. Betriebskostenabrechnungen können jedoch sehr komplex sein und höchst unterschiedlich ausfallen. Einige bieten nur begrenzt Spielraum zur Senkung, andere wiederum lassen umfangreiche Änderungen zu. Am einfachsten ist es tatsächlich, die Betriebskostenabrechnung für wenig Geld von einem einschlägigen Experten prüfen zu lassen. Dieser wird die Abrechnung zunächst rechtlich prüfen und ein Gutachten darüber anfertigen, ob die in Rechnung gestellten Kosten überhaupt rechtens sind. Ist mit der Abrechnung grundsätzlich alles in Ordnung, kann ein Experte auch Tipps zum Senken der Nebenkosten geben.

So ziemlich jeder Haushalt birgt Einsparpotential bei den Nebenkosten. Manche Einsparungen lassen sich schon durch geringe Änderungen von Gewohnheiten realisieren, andere sind tatsächlich nur über einen Vertragswechsel – etwa vom Stromanbieter – möglich. Wer bereit ist, sowohl seine Routinen bezüglich des Heizverhaltens und des Wasser- und Stromverbrauchs umzustellen und zugleich vielleicht auch den ein oder anderen Vertragswechsel in Betracht zu ziehen, kann bei der nächsten Betriebskostenabrechnung mit umfangreichen Rückzahlungen rechnen.

Je nach Größe der Wohnung sind Einsparungen von bis zu 300 Euro keine Seltenheit. Das gesparte Geld übersteigt oftmals die Kosten für die Beauftragung eines Experten um das Vielfache. Daher lohnt sich eine professionelle Prüfung der Nebenkostenabrechnung für so ziemlich jeden.

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