Marketing: Sind Printmedien in der heutigen Zeit noch relevant?

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Seltsames spielt sich derzeit auf dem Markt für Printmedien ab: Einerseits erleidet die Mehrheit der  Zeitungen und Zeitschriften seit vielen Jahren enorme Umsatzeinbußen und Auflagenverluste. Andererseits werden auch immer wieder neue Magazine auf den Markt gebracht, die sich offenbar auch stabil halten können. Wie geht das zusammen? Ein genauer Blick zeigt: Print ist nicht tot, es muss nur anders gedacht werden.

Warum einige Publikumszeitschriften überleben und andere nicht

Das gedruckte Papier ist in Zeiten einer ständigen Verfügbarkeit von Online-Medien für viele Menschen uninteressant geworden. Der alte Spruch „nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“ müsste im Online-Zeitalter eigentlich auf „von heute“ umgewandelt werden. Selbst zwischen Redaktionsschluss und Zustellung ist bereits ein Verlust an Aktualität zu beobachten, der bei Online-Medien so gut wie nicht existiert. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass es vor allem Tageszeitungen sind, die am stärksten unter dem sogenannten Printsterben zu leiden haben.

Das Bedürfnis, das sie einst erfüllten, wird nun an anderer Stelle schneller und oft kostenlos befriedigt. Trotzdem zeichnet sich aber ein anderer Trend ab: Sogenannte Publikums- oder Special-Interest-Zeitschriften überleben nicht nur, sondern werden sogar erfolgreich neugegründet. Ein Beispiel ist hier das Magazin „Barbara“. Dieser Trend lässt durchblicken, dass die Leser von Papiermedien grundsätzlich etwas anderes erwarten.

Sie betrachten eine Zeitschrift eher als Lifestyleprodukt, dass sich bewusst der dringenden Aktualität ein Stück weit entzieht. Deswegen verzeichnen auch insbesondere wöchentlich, monatlich oder seltener erscheinende Medien Zuwächse. Hier gibt es für den Leser etwas, was er im Internet nicht findet: Das Gefühl, ein Produkt in seinen Besitz gebracht zu haben, mit dem er sich in Ruhe selbstbestimmt auseinandersetzen kann, statt mit flüchtigen Informationen auf den Kanälen der sozialen Netzwerke beinahe unkontrolliert bombardiert zu werden.

Wie sich der veränderte Print-Effekt für das Marketing nutzbar machen lässt

Printmedien versprühen nun ein anderes Image. Sie gelten als etwas Klassisches, Traditionelles, das mit Ruhe und Bedachtheit assoziiert wird. Unternehmen nutzen diesen Effekt, indem sie Drucksachen elegant und wertig aussehen lassen, beispielsweise indem sie hochwertige Broschüren drucken lassen bei viaprinto. Solche Produkte sollen dem Kunden das Gefühl geben, dass er ein Stück des Unternehmens mit nach Hause nehmen und sich in Ruhe damit beschäftigen kann – ganz so, als würde er ein gut gemachtes Magazin lesen.

Der Trend geht also weg vom buchstäblich flüchtigen Flyer hin zu aufwändig gestalteten Drucksachen, die mit guten Illustrationen und Fotos und professionell geschriebenen Texten bestückt wurden. Genau wie beim Content Marketing, dass im Online-Bereich eine ähnliche Trendwende vollzogen hat, gilt es nun, dem Kunden in Zeiten billiger Massenproduktion von Werbeinhalten ein qualitativ hochwertiges Produkt präsentieren zu können. Er wird die Hingabe zu schätzen wissen und das Image automatisch mit dem Unternehmen assoziieren, dass sich die Zeit genommen hat, der allumfassenden Flüchtigkeit eine stabile Produktion entgegenzusetzen.

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