Kleinunternehmen und Digitalisierung – Lohnt der Aufwand überhaupt?

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Silicon Valley war der Start der Digitalisierung in Unternehmen. Große Konzerne wären ohne die Digitalisierung längst nicht mehr wettbewerbsfähig, weder im regionalen Bezug noch auf dem globalen Markt. Doch wie sollen Kleinunternehmen da mithalten? Noch immer hinken gerade kleine Existenzgründer diesem Trend hinterher.

Trotz Interneterfahrung zu wenige Online-Aktivitäten

Der Existenzgründung auch von kleinen Unternehmen geht zwangsläufig gründliche Internetrecherche voran. Den Gründern ist klar, wie wichtig ein eigener Internetauftritt ist. Doch über 60 Prozent dieser Start-Ups versäumen es, die Homepage regelmäßig zu aktualisieren. Vielmehr herrscht im Bereich der Kleinunternehmer weiterhin das Marketingprinzip der Direktwerbung im lokalen, höchstens regionalen Umfeld. Onlinemarketing wird nur von sieben Prozent zur Kundengewinnung genutzt.

Grund für diese mangelnde Onlinepräsenz ist unter anderem das Durchschnittsalter der Existenzgründer. Viele entscheiden sich erst ab 50 für eine Selbstständigkeit. In solchen Start-Ups, wo jüngere Gründer aktiv sind, ist der Trend zum Internet bereits angekommen. Sie bringen technische Erfahrung und Routine im Umgang mit dem Internet mit in ihr Geschäft.

Digitalisierung kostengünstiger als von Kleinunternehmern befürchtet

Durchaus kann Internetpräsenz teuer sein. Doch kleine Existenzgründer finden viele Tools kostenlos oder zu schlanken Einsteigerpreisen. Viele Onlineaktivitäten lassen sich damit durchaus kundenorientiert umsetzen. Der Wettbewerb um Kunden und Umsätze hat sich verändert. Wichtig zu wissen ist über eine Existenzgründung im Zeitalter der Digitalisierung, dass Kunden Produkte praktisch zu allererst online suchen.

Vergleichsportale, Kundenbewertungen oder das Feedback in den sozialen Netzwerken bieten viel mehr Produktinformationen, als dies bei der begrenzten Auswahl in nur wenigen Läden vor Ort möglich wäre. Auch die Bestellmentalität verlagert sich zunehmend auf Onlinekäufe.

Statt aber als Kleinunternehmen nur auf klassische Werbung und die Treue der Stammkundschaft zu setzen, gelingt erfolgreiche Existenzgründung nun viel schneller und ohne regionale Einschränkungen. Grundlage dafür ist die intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Internetpräsenz schon vor Existenzgründung, also in der Planungsphase eines digitalisierten Start-Ups.

Hemmschwelle Datensicherheit

Viele Existenzgründer befürchten, dass das Internet mehr Betrugsmöglichkeiten als sichere Erfolgschancen bietet. Dies führt zu einem weiteren Trend bei Kleinunternehmern: Die einen setzen voll und ganz auf kostenlose und kostengünstige Internetaktivitäten, die anderen verzichten komplett darauf. Interessanterweise stammen die Vielnutzer fast immer aus früheren Berufen mit PC-Arbeitsplätzen.

Es lässt sich also feststellen, dass die Berührungsängste mit dem Onlinemarketing umso geringer sind, je souveräner bereits Erfahrung mit dem Internet vorhanden ist. Empfehlenswert wären Kurse für Existenzgründer, in denen diese die wichtigsten Möglichkeiten gegen Internetbetrug oder Datenklau kennenlernen. Dies würde das Erfolgspotenzial mit den Möglichkeiten online für viele Start-Ups verbessern.

Fazit

Auch kleine und Kleinstunternehmen müssen sich stärker mit dem Internet auseinandersetzen. Am besten schon vor der Existenzgründung sollten Möglichkeiten zur Digitalisierung im Unternehmen geplant werden. Denn Kundengewinnung und Produktpräsentation finden in immer stärkerem Maße zuerst oder sogar ausschließlich online statt.

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