Investieren in P2P-Kredite – Sinnvoll als Anlageklasse?

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Vor einigen Jahren erlebte das Modell Peer-to-Peer-Kredit einen gewissen Hype. Mittlerweile hat sich der Markt hier etwas gefestigt und so langsam kristalliert sich heraus, welche Plattformen nach wie vor mit dem Modell gut wirtschaften und inwiefern es eine kluge Idee ist, sein Geld ohne die Bank als Mittelsmann an private Kreditnehmer zu verleihen.

Natürlich herrscht unter den bestehenden Plattformen noch immer ein starker Wettbewerb, weswegen es nicht verwunderlich ist, wenn einem im Netz immer mal ein Bonus für Investment-Plattformen angeboten wird, der das Angebot insbesondere für Neugierige noch attraktiver machen soll. Aber wie viel ist nach wie vor dran an den P2P-Krediten, und lassen sich damit noch immer gute Renditen erzielen?

Eigenes Risiko aber volle Kontrolle

Viele P2P-Plattformen werben damit, dass sie der Kreditwirtschaft ihren durch die Banken verlorengegangenen sozialen Charakter wiedergeben. Geldgeber können sich auf einem großen Marktplatz aussuchen, für welche Projekte sie Kredite vergeben möchten, und stellen so eine direkte Verbindung zu dem Projekt her, anstatt ihr Geld einfach einer Bank zu überlassen, die damit weitgehend autonom umgehen kann.

Das ist auch ein Argument vieler P2P-Befürworter: Eine Bank verleiht das Geld so oder so, denn sie erwirtschaftet mit den daraus entstehenden Zinsen maßgeblich ihren eigenen Gewinn. Wieso also nicht gleich die Kontrolle über das Geld behalten und selbst entscheiden, wofür es verliehen wird? Die Sache ist natürlich etwas komplizierter, als das zunächst klingt: Mit der selbst getroffenen Entscheidung trägt der Geldgeber am Ende auch das volle Ausfallrisiko für seine Geldleihe.

P2P als Baustein, nicht als Standbein

Nachdem sich der allgemeine Hype um P2P-Kredite ein wenig gelegt hatte, empfahlen immer mehr Finanzblogs, P2P-Kredite nicht als einzige Anlage zu nutzen, sondern sie sinnvoll in eine Anlagestrategie einzubinden. Noch immer lassen sich auf einzelnen Plattformen zum Teil sehr hohe Renditen erreichen. Das Ausfallrisiko aber auch das sogenannte Plattformrisiko bestehen aber trotzdem.

Mit Plattformrisiko ist die Eventualität gemeint, dass die vermittelnde Plattform, die ja letztendlich als Unternehmen auftritt, womöglich Pleite gehen und dann Auszahlungen nicht mehr vornehmen kann. Die P2P-Plattformen unterliegen damit streng genommen einem allgemeinen Marktrisiko, so wie alle Unternehmen. Das ist zwar ein geringes Risiko, sollte aber unbedingt mit bedacht werden.

Vor diesem Hintergrund ist es eine kluge Idee, P2P-Kredite als einen Baustein von vielem in einem größeren, breit angelegten Portfolio zu denken, so dass bei einem Ausfall nebenher noch andere Absicherungen bestehen und nicht alles ‚auf eine Karte‘ gesetzt wurde. So können P2P-Kredite sinnvoll in eine Strategie integriert werden, ohne das die Rendite immer traumhaft ausfallen muss.

Anlagen auf verschiedene Plattformen verteilen

Neben dem allgemein breit aufgestelltem Portfolio ist eine weitere interessante Option, innerhalb der P2P-Investmentbranche eine Auffächerung des Portfolios zu planen. Dadurch, dass es viele verschiedene Plattformen mit unterschiedlichen Konditionen gibt, ist es problemlos möglich, auf mehreren Plattformen zu investieren und so vor allem das Plattformrisiko so gering wie möglich zu halten. Wer in der Lage ist, hier den Überblick zu behalten, für den kann es auch gegenwärtig noch durchaus sinnvoll sein, in P2P-Investment einzusteigen.

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