Initial Coin Offering – Das Goldschürfen der Moderne?

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Unter einer Initial Coin Offering (ICO) versteht man grundsätzlich die erste Platzierung von Einheiten einer Kryptowährung am Markt. Das lässt sich gut mit dem Börsengang eines Unternehmens, einem sogenannten IPO, vergleichen, das seine Aktien zum ersten Mal an einer Börse listet. So werden auch bei einer Initial Coin Offering Einheiten der Kryptowährung verkauft, die zuvor noch nie frei handelbar waren.

Und genau wie bei dem Börsengang eines Unternehmens wird auch hier durch die Entwickler, die die Kryptowährung verkaufen, eine Preisspanne festgelegt, zu der sie die Einheiten verkaufen wollen. Eine Initial Coin Offering kann verschiedene Absichten haben – teilweise versuchen Entwickler mit den Kryptowährungen möglichst große Gewinne zu erzielen, teilweise wird aber auch versucht, damit Geld für einen bestimmten Zweck einzusammeln.

Mögliche Rendite einer Initial Coin Offering

ICOs rücken aufgrund der sehr hohen möglichen Rendite immer mehr in den Fokus von spekulativen Investoren. Es ist mit ICOs nämlich hauptsächlich dadurch möglich, Profite zu erwirtschaften, dass die erworbenen Kryptowährungen nach der ersten Platzierung am Markt große Kursgewinne erzielen und daher gewinnbringend verkauft werden können.

Und tatsächlich gab es in der Vergangenheit viele ICOs, bei denen die Investoren sehr große Gewinne erzielen konnten. Dabei ist die mögliche Rendite in kürzester Zeit durch extrem volatile Kursbewegungen sehr hoch.

Risiken für Investoren

Eine Investition in ein Initial Coin Offering bringt jedoch auch erhebliche Risiken mit sich. Deshalb sollten Investoren aufgrund der sehr unberechenbaren Kursbewegungen immer mit einem Totalverlust rechnen. Doch starke Kursschwankungen können nicht nur zufällig stattfinden. So sind manche ICOs auch so aufgebaut, dass die Entwickler einen großen Teil der Einheiten der herausgegebenen Kryptowährung behalten.

Dabei kann es ein Problem darstellen, wenn die Entwickler dann versuchen, alle von ihnen gehaltenen Einheiten auf plötzlich zu verkaufen, was zu massiven Kurseinbrüchen führen kann. Ein weiteres Problem bei Investitionen in Kryptowährungen ist das unklare Steuerrecht für Gewinne aus diesen. Dadurch kann es später zu Nachforderungen seitens des Finanzamts kommen, sobald die genau Besteuerung von Erträgen aus Investitionen in Kryptowährungen festgelegt wurde.

Eine sinnvolle Investition?

Die sich nun stellende Frage, ob sich eine Investition in ein ICO lohnt, ist pauschal nicht zu beantworten. Grundsätzlich sollte man sich vor einer Investition in ein ICO zunächst die Frage stellen, ob man mit seinem Geld die Entwickler der jeweiligen Kryptowährungen unterstützen möchte. Weiterhin sollte man nur an von seriösen Entwicklern ausgehenden ICOs teilhaben, bei denen man ausschließen kann, dass diese die Investoren betrügen.

Aufgrund der sehr hohen möglichen Rendite, aber dem zugleich bestehenden Risiko des Totalverlusts sollte man ein ICO als hochspekulatives Investment betrachten. Dabei die Kryptowährung herauszusuchen, die später die höchsten Kursanstiege erreichen wird, gleicht zusätzlich noch einer Lotterie. Sollte man dennoch in ICOs investieren wollen, empfiehlt es sich, den Betrag auf mehrere ICOs zu verteilen und auch nur einen geringen Anteil seines Vermögens zu investieren, um einen Totalverlust verkraften zu können.

Bildquelle: ©fotolia.com – maxsim

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