Immobilienkredite – Heißt flexibel immer auch teuer?

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Damit sich der Kreditnehmer sicher sein kann, dass er auch in den kommenden Jahren einen attraktiven Zinssatz haben wird, sollte er sich für eine jahrelange Zinsbindung mit festen Rückzahlungsbedingungen entscheiden. Da der Mensch nicht in die Zukunft blicken kann, will er schon heute alle Steine richtig positionieren, damit sich diese nicht in den Weg legen können. Doch es gibt auch Kreditnehmer, die sich für eine flexible Finanzierung entscheiden – das heißt, dass die monatlichen Rückzahlungen schwanken können, wenn sich der Leitzinssatz verändert.

Flexibel und starr?

Natürlich sorgen die starren Rückzahlungsbedingungen bei einem Immobilienkredit für Sicherheit – von Vorteil ist diese Variante jedoch nicht. Ratsam sind mitunter variable Zinsen und die Möglichkeit, dass der Kredit auch mit Sondertilgungen bedient werden kann. Entscheidet sich der Kreditnehmer für einen flexiblen Immobilienkredit, so profitiert er durchaus von mehreren Vorteilen, die in den kommenden Jahren eintreten können.

Einerseits kann der Kreditnehmer die Kreditbelastung auf ein Minimum herabsetzen, sodass die Geburt des Kindes, ein plötzlicher Arbeitsplatzverlust oder auch Anschaffungen, die durchaus hohe Summen verschlingen, nicht automatisch zur finanziellen Not führen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass der Kredit mit Sonderzahlungen bedient werden kann. Kommt es also zu unverhofften Zusatzeinnahmen (Erbe, Gewinn und dergleichen), können diese Beträge zur Tilgung des Kredits verwendet werden.

In weiterer Folge verkürzt sich die Laufzeit – der Kreditnehmer muss also eine geringere Gesamtbelastung tragen. Wird zudem das Haus vor dem Ablauf der Zinsbindung verkauft, so muss auch nur eine geringere Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt werden. Fakt ist: Entscheidet sich der Kreditnehmer für einen variablen Zinssatz und somit für den flexiblen Immobilienkredit, so kann er – Jahr für Jahr – einen vier- bis fünfstelligen Bereich einsparen.

Welche Nachteile sind zu berücksichtigen?

Natürlich müssen auch ein paar Schattenseiten berücksichtigt werden: Der variable Zins orientiert sich am Europäischen Leitzinssatz – die Niedrigzinsphase, die seit mehreren Jahren andauert, sorgt für extrem günstige Kredite. Doch was passiert, wenn der Leitzinssatz wieder steigt? In weiterer Folge würden die monatlichen Kreditraten steigen. Kreditnehmer, die mitunter nur mit einem Zinssatz zwischen 0,5 Prozent und 1,25 Prozent spekuliert haben, könnten sehr wohl in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wenn der Zinssatz plötzlich auf über 3,0 oder gar 5,0 Prozent klettert.

All jene, die sich für einen Fixzinssatz entschieden haben, brauchen keine Angst vor einem steigenden Leitzinssatz zu haben, profitieren aber auch nicht von den Vorteilen, die im Zuge der flexiblen Finanzierung möglich sein können.

Fazit

Flexible Immobilienkredite sind nicht automatisch teurer als starre Finanzierungen. Die derzeitige Situation spricht natürlich für die flexiblen Finanzierungen – in naher Zukunft wird sich zeigen, ob sich das Blatt wieder wendet und ob jene, die sich heute für einen Fixzinssatz entschieden haben, am Ende auf der Gewinnerseite stehen werden.

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