Gesundheit am Arbeitsplatz – Diese Möglichkeiten haben Arbeitnehmer

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Sitzen ist das neue Rauchen„, heißt es neuerdings in zahlreichen Gesundheitsratgebern. Und tatsächlich: Laut neueren Studien soll bereits eine Stunde am Stück Sitzen im Bürostuhl die Funktionsweise der Arterien empfindlich beeinträchtigen.

Hinzu kommen klassische ‚Bürokrankheiten‘, die bereits so normal sind, dass sie manchmal gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden: Schulter-, Rücken- und Nackenschmerzen sowie gleich eine ganze Reihe von Kopfschmerztypen sind in vielen Fällen auf das extensive Arbeiten in Sitzposition zurückzuführen – von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen.

Es gibt also viele gute Gründe, sich neben der Büroarbeit sportlich zu betätigen. Nur: Welche Sportarten sind einfach umzusetzen, nicht zu teuer und zudem noch leicht in den stressigen Alltag zu integrieren? Die folgende Liste gibt einen Überblick über einige Sportarten, die für die Kombination mit Schreibtischarbeit geeignet sind.

Yoga – Der ultimative Sport gegen Verspannungen und Stress?

Vor dem Hintergrund der erschreckenden Schädlichkeit regelmäßiger Büroarbeit klingt Yoga mit seiner Symbiose aus körperlicher Fitness und innerer Balance wie die perfekte Gegenmaßnahme zu den unerwünschten Nebeneffekten eines Bürojobs. Ist es das auch? Eine Sache könnte für Menschen, die den Büroalltag nur allzu sehr gewohnt sind, beim Yoga tatsächlich zur Schwierigkeit werden: Für Yoga braucht man vor allem ein wenig Zeit und Ruhe.

Grundsätzlich ist das aber bei so gut wie allen Sportarten so – und vor diesem Hintergrund tritt Yoga dann auch wieder besonders positiv hervor, denn: Darüber hinaus braucht es nichts weiter, weder ein Gerät noch besondere Vorerfahrungen – nur einen ruhigen Ort, einen halbwegs weichen Untergrund und die passende Yoga Kleidung. Somit lässt sich eine Yoga-Einheit auch ideal zwischendurch absolvieren.

Das meditative Element der Übungen kommt übrigens umso stärker zur Geltung, je öfter sie geübt werden. Denn beim Yoga geht es nicht nur um Balance und Körperspannung, sonder vor allem auch um innere Einkehr und eine ruhige Atmung. Damit ist Yoga auch ideal für Menschen, die häufig unter großem Stress stehen und auch ihrem Kopf regelmäßig eine Verschnaufpause gönnen wollen.

Keine Ruhe auf der Arbeit? Laufen geht immer!

Wer sich mit der bewussten Langsamkeit der Yoga-Übungen im stressigen Büroalltag partout nicht abfinden kann, für den eignet sich Laufen als idealer, überwiegend voraussetzungsloser Sport. Obwohl: Ein anständiges Paar Laufschuhe braucht es schon, sonst ist es mit dem ausgleichenden Effekt schnell vorbei und es stellen sich noch mehr Rücken- und/oder Gelenkschmerzen ein, als das ein achtstündiger Tag im Bürostuhl je erzielen könnte.

Wenn allerdings für ausreichend Federung an den Sohlen gesorgt ist, kann auch Laufen tatsächlich zu einer lockeren Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur beitragen, sofern der Läufer darauf achtet, dass er während es Workouts den Rücken gerade hält. Menschen, die unter Knieproblemen leiden, sollten aber auch mit teuren Laufschuhen vielleicht lieber auf eine andere Sportart ausweichen.

Die restlichen Vorteile von regelmäßigem Ausdauersport wie dem Laufen sind hinlänglich bekannt und gerade für Bürohelden von enormer gesundheitlicher Bedeutung: langfristig gesenkter Blutdruck, leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System, ruhiger Schlaf. Es ist nie zu früh, um mit dem Laufen anzufangen!

Tennis oder Squash mit den Arbeitskollegen

Für Tennis oder Squash braucht es zunächst ein wenig mehr als fürs Laufen oder Yoga, denn diese Sportart kann man leider nicht einfach überall ausüben. Das sollte jedoch kein Problem sein, denn schon jede mittelgroße Stadt verfügt mit großer Sicherheit über ein entsprechendes Sportzentrum oder einen Tennisverein, in dem man sich für wenig Geld anmelden kann. Der Vorteil von Tennis liegt ganz klar auf der Hand: Es ist ein 1:1-Sport. Das heißt, man braucht keine feste Mannschaft und kein eingespieltes Team, sondern nur einen Gegner.

Je nachdem, ob sich ein oder mehrere Kollegen für eine Runde Feierabendtennis begeistern können, lässt sich der Sport also beliebig erweitern oder schrumpfen. Idealerweise gibt es im Büro einen festen Tennis-Tag, zu dem mal mehr, mal weniger Kollegen mitkommen – solange es mindestens zwei sind, reicht es. Squash lässt sich sogar allein ‚gegen die Wand‘ spielen und ist dabei nicht minder anstrengend. Tennis sowie Squash werden häufig unterschätzt!

Was von weitem manchmal nach nicht mehr als dem eleganten Schlagen eines Schlägers aussieht, ist in Wahrheit durch das viele Rennen über den Platz enorm anstrengend. Eine Stunde Tennis – richtig ausgeführt – kann problemlos so fordernd sein wie ein ebenso langes, gemischtes Kraft-/Ausdauertraining für den ganzen Körper.

Einfach mal abtauchen: Schwimmen

Schwimmen ist als Ausgleichssport für gestresste Schreibtischhelden eine ganz besonders gute Wahl. Nicht nur stärkt das Schwimmen insbesondere den durch das viele Sitzen geschundenen Rücken, sondern schont nebenher auch die Gelenke und sorgt gleichzeitig fast schon unmerklich für einen beachtlichen Cardio-Effekt. Durch das geringere Körpergewicht im Wasser und das automatische Atmen und Bewegen, dass nötig ist, um sich über Wasser zu halten, fühlt sich reguläres Schwimmen kaum wie Ausdauersport an.

Der Aha-Effekt setzt dann ein paar Stunden nach dem Verlassen des Beckens ein: Die müden Muskeln melden sich, und wer nicht wirklich trainiert ist, wird auch nach einer kurzen Schwimmeinheit einen leichten Muskelkater verspüren. Schwimmen kann man darüber hinaus problemlos allein oder auch je nach Bedarf mit den Kollegen arrangieren. Zudem kostet es in aller Regel sehr viel weniger als eine Mitgliedschaft in einem Sportverein oder einem Fitnessstudio.

Für Effiziente: Mit dem Rad zur Arbeit

Radfahren eignet sich insbesondere für die Menschen, die nach Feierabend wenig Lust auf eine zusätzliche Fitnesseinheit haben. Das Rad als Verkehrsmittel ist beinahe für jeden Arbeitsweg eine echte Alternative. Wenn der Weg vom Wohnort zur Arbeit nicht länger als 15 Kilometer lang ist, sollten sowohl Hin- als auch Rückfahrt selbst für jemanden, der sonst keinen Sport macht, problemlos zu bewältigen sein. 30 Kilometer Radfahren pro Tag – oder zumindest mehrmals die Woche – sind auch ein äußerst gutes Maß an Bewegung, um mehrstündiges Sitzen optimal auszugleichen.

Damit das Radfahren auch Spaß macht, sollte man sich ruhig beraten lassen und ein gutes Rad samt Equipment kaufen. Selbst technisch gut ausgestattete, moderne Räder sind heutzutage nicht mehr allzu teuer und es macht einen enormen Unterschied, ob man leicht und beschwingt über die Straße gleitet oder ob jeder kleinere Anstieg sofort zur frustrierenden Qual wird. Auf ebener Strecke ist Radfahren ähnlich gelenkschonend wie Schwimmen und hat ab einer gewissen Intensität die gleichen positiven Effekte auf das Herz-Kreislauf-System wie Laufen.

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