Gesetzliche Vorgaben für die Brandsicherung in Unternehmen

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Brandmeldeanlagen gehören innerhalb der Gebäudesicherung zu den komplexen Systemen. Im Zweifelsfall retten sie Menschenleben und verhindern Sachschäden. Allerdings gibt es umfassende gesetzliche Vorgaben dazu, welche Brandmeldeanlage für welches Gebäude geeignet und somit verpflichtend einzubauen ist.

Gründe für die immer strengeren Vorgaben nach DIN 14675

DIN 14675 ist die Norm für zertifizierte Brandmelde- und Sprachalarmanlagen. Sie ändert sich regelmäßig, meist durch praktische Vorfälle und somit immer weiter steigende Sicherheitsanforderungen in Unternehmen. Hersteller, Planer, Errichter und Ingenieurbüros müssen deshalb regelmäßig Schulungen besuchen. Nur so ist sichergestellt, dass die Planung und der Einbau der entsprechenden Anlagen im Objekt den neuesten Standards genügen.

Leider hat sich die Zahl der Brände in den letzten zehn bis 15 Jahren trotz immer besserer Warn- und Meldemaßnahmen kaum verändert. Ganz im Gegenteil: 2011 waren beinahe 206.000 Brände mit milliardenschweren Sachschäden und erheblichen Personenschäden registriert. Trotz solcher Statistiken gibt es auch Gutes aus dem Brandschutz zu melden. Mit normgerechten Brandmelde- und Sprachwarnanlagen verliefen die Brandschäden erheblich kürzer als mit veralteten oder nicht zugelassenen Anlagen.

Arten von Brandmeldern nach Funktion und Sensorik

Nicht-automatische Brandmelder sind heutzutage fast nur noch in Privatgebäuden in Verwendung. Diese Rauchwarnmelder können zwar vernetzt sein, stellen aber noch keine vollständige Brandmeldeanlage dar. Automatische Brandmelder erkennen Brände bereits während der Entstehung. Entsprechend frühzeitig erfolgt die Warnung. Bei der Sensorik kommen verschiedene Meldertypen zum Einsatz:

  • Optische Melder: Rauchpartikel führen zur Lufttrübung und lösen den Alarm durch optische Erkennung aus.
  • Thermische Melder: Ein überdurchschnittlich schneller Temperaturanstieg oder die Überschreitung einer Maximaltemperatur im Raum führen zur Warnung.
  • Optisch-thermische Multisensormelder: Hier werden optische und thermische Analysen für eine Frühwarnung kombiniert.
  • Optisch-thermische Gas-Multisensormelder: Diese sind mit einer optischen Sensorkammer, Analyseelementen für Kohlenmonoxid sowie Thermosensoren ausgestattet.
  • Ionisationsrauchmelder: Ein radioaktiver Strahler erkennt selbst beinahe unsichtbare Rauchpartikel.
  • Flammenmelder: Entsteht bei Flammenbildung UV-Licht, führt dies zum Alarm.
  • Sondermelder: In einer Umgebung mit einem erhöhten Risiko bestimmter Gasbildung kommen hierfür spezielle Meldertypen extra für diese Art der Sensorik zum Einsatz.

Komponenten einer vollständigen Brandmeldeanlage

Moderner Brandschutz beinhaltet für Unternehmen komplexe Brandmeldeanlagen mit zentralen sowie dezentralen Komponenten. Die zentrale Komponente ist die Brandmeldezentrale. Sie empfängt alle sensorisch gemeldeten Informationen und dient den Erst- und Hauptmaßnahmen bei der Brandbekämpfung. Zur Brandmeldeanlage gehören zum Beispiel Feuerwehrlaufkarten sowie Bedienfelder und Anzeigetableaus für die Feuerwehr.

Je nach Gebäudeart verlangt die DIN 14675 für bestimmte Gebäude darüber hinaus Bedieneinrichtungen und Sprechstellen für Durchsagen im Gefahrenfall. Über ein Ringbusnetz sind automatische Brandmelder und Handfeuermelder sowie optische und akustische Warnkomponenten miteinander vernetzt.

Kommt es zum Notfall, ist so trotz Ausfall mancher Leitungen zwischen den Komponenten die Erreichbarkeit der noch intakten Bestandteile gewährleistet. In einigen Fällen können zusätzlich Feuerschutzklappen Bestandteil einer BMA (Brandmeldeanlage) sein.

Fazit

Für effiziente Brandbekämpfung in Unternehmen arbeiten Brandmelder und Warnsysteme zusammen. Nach DIN 14675 muss eine solche Brandmeldeanlage im jeweiligen Gebäude bestimmte Kriterien erfüllen. Planer und Ingenieurbüros lernen in Schulungen diese immer wieder aktualisierten Standards kennen.

 

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