Geschäftsreise in die USA: Unter welchen Bedingungen kann man einreisen?

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Die Einreise in die USA ist vor allem für deutsche Urlauber und Geschäftsreisenden in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden. Vor allem die Einführung des Visa Waiver Programs hat die Erteilung einer Einreisegenehmigung extrem erleichtert. Dennoch müssen Geschäftsreisende bei einem Flug in die USA einige Dinge beachten. Dieser Text stellt sie vor.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Einreise in die USA erfüllt sein?

Der Knackpunkt bei einer Einreise in die USA ist die Dauer des Aufenthalts: Für Kurztrips von bis zu 90 Tagen genügt die Beantragung einer sogenannten elektronischen Einreisegenehmigung, der ESTA. Wer eine ESTA für die USA beantragen will, muss relativ wenige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigste Bedingung für die Erteilung einer Genehmigung ist, dass schon bei der Einreise bereits eine Rückreise geplant und gebucht ist. Die amerikanischen Behörden wollen vor allem sichergehen, dass das Visa Waiver Program nicht missbraucht wird, um illegal dauerhaft in die USA einzuwandern.

Auch ein Ticket für eine Weiterreise in ein anderes Land außerhalb der USA ist hierfür möglich. Zudem muss der Einreisende über einen gültigen Reisepass zur ESTA Beantragung verfügen. Dieser sollte allerdings nicht nur für den Moment der Beantragung gültig sein sondern auch für die Dauer des Aufenthalts und darüber hinaus. Zudem verlangen die amerikanischen Behörden einen elektronischen Reisepass, der eine maschinenlesbare Zone (in der Regel also einen Chip oder einen Magnetstreifen) beinhaltet. Reisende, die schon seit längerem keinen neuen Reisepass mehr beantragt haben, sollten dies also zuvor tun und entsprechend viel Zeit für die Ausstellung einplanen.

Was müssen Geschäftsreisende bei einer Einreise in die USA beachten?

Für einige wenige Berufsgruppen gelten spezielle Kriterien für eine Geschäftsreise in die USA. Wer beispielsweise für ein Medium arbeitet und als Journalist in die USA einreisen möchte, für den kann unter Umständen die ESTA nicht ausreichen. Er braucht auch für kürzere Aufenthalte ein volles Visum, nämlich ein speziell dafür ausgelegtes Journalistenvisum. Auch wer in den USA für eine Zeit lang angestellt sein und arbeiten möchte, braucht unter Umständen ein ‚richtiges‘ Visum und nicht nur die Einreisegenehmigung.

Der Hintergrund: Wer in den USA bei einem amerikanischen Unternehmen arbeitet, ist auch dort sozialversicherungspflichtig. Die USA versuchen bestmöglich zu verhindern, dass Menschen in das Land einwandern, die sich lediglich über Umwege Sozialleistungen erschleichen möchten. Daher wird insbesondere bei einem kurzfristigen oder dauerhaften Arbeitsverhältnis in den USA sehr genau auf die Bedingungen der Einreise geschaut.

Die Beantragung eines Visums dauert deutlich länger und ist mit höheren Kosten verbunden als die Erteilung einer ESTA. Geschäftsreisende sollten also dementsprechend viel Zeit und auch ein kleines Budget für das Prozedere einplanen, damit es bei der Reiseplanung nicht zu Engpässen kommt.

anyaberkut/123rf.com

Handgepäckregelungen in den USA 2019

Besonders beim Handgepäck schauen die US-Grenzkontrolleure manchmal sehr genau hin. Es empfiehlt sich deswegen, die Regeln, die sehr ähnlich zu den Handgepäckbestimmungen in Deutschland sind, auch streng einzuhalten. Für Flüssigkeiten im Handgepäck gilt beispielsweise die sogenannte 3-1-1-Regel. Die 3 steht dabei für maximal 3,4 Unzen Flüssigkeit, die pro Behälter mitgenommen werden können. Das entspricht etwa 100 Millilitern. Die zweite Ziffer steht für den Flüssigkeitsbeutel, in denen man diese Behälter aufbewahrt.

Dieser darf ein maximales Fassungsvermögen von einem Liter aufweisen. Die dritte Ziffer zeigt an, dass man maximal einen solchen Flüssigkeitsbeutel im Handgepäck haben darf. Der Beutel muss zudem ein transparentes und wiederverschließbares Behältnis sein. Viele Reisende greifen aus Kostengründen auf Gefrierbeutel zurück, die ungefähr den Bestimmungen entsprechen, allerdings nicht sonderlich viel Platz für Flüssigkeiten bieten.

Tipp: Wer nur für wenige Tage in die USA reist und nicht so sehr aufs Geld achten muss, verzichtet vollständig auf jegliche Flüssigkeiten und kauft sich alle nötigen Produkte entweder direkt im Duty-Free-Shop am Flughafen oder in den USA selbst. In den meisten Fällen handelt es sich bei den mitgeführten Produkten ohnehin um Kosmetikprodukte, die es in den USA einfach und günstig zu erstehen gibt.

Viele Hotels sind außerdem darauf ausgerichtet, den Reisenden alle nötigen Kosmetikprodukte zur Verfügung zu stellen. Das mühsame Eintüten in transparente Flüssigkeitsbeutel oder Kauf spezieller kleiner Reisemengen an Duschgel, Shampoo und Co. Würde dann entfallen.

Weitere Informationen

Neu ist hingegen die sogenannte „Pulverregel“. Nicht nur Flüssigkeiten, auch pulverartige Substanzen dürfen bei der Einreise in die USA nur begrenzt im Handgepäck vorkommen. Bei Direktflügen in die USA liegt die Obergrenze derzeit bei maximal 350 Millilitern im Handgepäck. Die Pulverregel („powder rule“) betrifft sowohl pulverförmige Make-Up-Produkte als auch Lebensmittel wie Proteine oder Gewürze. Bestimmte andere Produkte sind hingegen von der Pulverregel ausgenommen, beispielsweise Babynahrung.

Wer allerdings versehentlich eine größere Menge Pulver mitnimmt, muss sie nicht zwangsläufig abgeben (das ist bei Flüssigkeiten anders). Hier schreibt die Einreiseordnung lediglich vor, dass sich das Pulver in einem Behälter befindet, der gegebenenfalls zu öffnen ist. Unter Umständen wird der Behälter dann tatsächlich geröntgt Hintergrund der oft drakonisch wirkenden Bestimmungen ist die Angst vor Sprengstoffattentaten und Geiselnahmen in Flugzeugen.

In der Vergangenheit sind einige wenige Fälle bekannt geworden, in denen Terroristen an Bord mit Flüssigkeiten oder pulverartigen Substanzen in der Lage waren, Bomben zu bauen. Mit den neuen Bestimmungen konnte das bislang verhindert werden.

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