Bewerbungs- und Karriereberater Josef Altmann im Interview mit intqua.de

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Die Arbeitswelt ist in der heutigen Zeit sehr schnelllebig und fordernd. Immer häufiger hört man Aussagen wie „Ich möchte mich beruflich umorientieren, aber weiß nicht in welche Richtung„. Aus diesem Grund haben wir uns einen Experten eingeladen – Josef Altmann, Bewerbungs- und Karriereberater. Er beantwortet häufig gestellte Fragen unserer Leser und liefert zudem einige sehr interessante Ratschläge.

intqua.de Redaktion: Hallo Herr Altmann – Schön, dass Sie sich Zeit für ein kurzes Interview genommen haben! Bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern von intqua.de vor.

Guten Tag, mein Name ist Josef Altmann. Ich bin Baujahr 1983, wohne in Furth im Wald in Bayern an der tschechischen Grenze und bin seit etwa 7 Jahren verheiratet. Beruflich bin ich u.a. im Online-Business unterwegs wo ich die Website karriere-und-bildung.de betreibe.

intqua.de Redaktion: Wann ist karriere-und-bildung.de online gegangen und was war für Sie der ausschlaggebende Punkt für dieses Projekt?

Ich bin schon seit sehr langer Zeit im Online-Business tätig und habe viele Dinge ausprobiert. Ich habe zahlreiche Websites umgesetzt und war schon am Start als Websites noch toll blinkten usw. Ein Projekt, welches ich damals vor mehr als 7 Jahren umgesetzt habe, war karriere-und-bildung.de. Das Projekt ist als einfacher Blog gestartet. Es gab noch keinen Service und auch die Blogartikel selber, waren hauptsächlich darauf ausgerichtet Geld zu verdienen.

Heute ist das anders. Ja, ich muss auch heute noch Geld verdienen. Allerdings gibt es mir heute eine sehr viel größere Befriedigung Menschen helfen zu können.

intqua.de Redaktion: In Ihrem „Über mich“ Bereich berichten Sie, dass auch für Sie der Berufseinstieg mit einigen Hürden verbunden war. Woraus haben Sie die Motivation gezogen einen anderen Weg einzuschlagen?

Mich haben Bücher usw. schon immer fasziniert. Allerdings war ich in der Schule eher schlecht als Recht. Niemand in meinem Bekanntenkreis fand Lesen und Lernen als cool und daher tat ich es auch nicht. Mir war es wichtiger jeden Tag gleich nach der Schule vor dem Fernseher zu sitzen oder meinem Hobby dem Fußball nachzugehen. Mit eher schlechten Noten schaffte ich den Hauptschulabschluss und dann auch nach der Schule, als ich meine Ausbildung zum Rollladen- und Jalousienbauer machte, war das Ergebnis nicht gut.

Ich hatte im Gesellenbrief einen Notendurchschnitt von 3,5 oder so. Dann nach meiner Ausbildung lernte ich eine Person kennen. Es war ein Doktor der Biochemie. Ich redete mit ihm und erzählt auch, dass ich so gerne mehr aus meinem Leben machen möchte. Er sagte, es sei nicht zu spät und wenn man lernt, viele Bücher durcharbeitet usw., kann man es immer noch zu etwas bringen. Genau das war damals mein entscheidendes Erlebnis. Gleich darauf buchte ich den ersten Fernkurs.

Ich kaufte Bucher und arbeitete diese teilweise zwei- oder dreimal durch. Dies ging dann so weiter und auch heute lerne ich unheimlich gerne neue Dinge dazu. Es gibt kaum ein Jahr in welchem ich nicht einen oder zwei Kurse mache. Was mir dabei wichtig ist, dass ich wegen des Inhalts lerne. Lernen, um ein Zertifikat in der Hand zu halten, wird für mich immer unwichtiger.

intqua.de Redaktion: Viele unserer Leser berichten, dass sie sich zu „alt“ für Weiterbildungsmaßnahmen oder gar einen komplett neuen Berufsweg fühlen. Wie sehen Sie das?

Ich denke, das sind eher Ausreden. Für Weiterbildung ist kein Mensch wirklich zu alt. Ich lese immer wieder von Menschen, die sogar im hohen Alter studieren usw. Warum sollte man also zu alt für Weiterbildung sein? Selbst für den neuen Berufsweg ist es meiner Meinung nach in den seltensten Fällen zu spät. Man lebt schließlich nur einmal. Sollten wir in diesem Leben nicht das machen was wir wollen und uns gut tut?

Ich bin sehr froh, dass ich in der heutigen Zeit immer mehr Menschen kennenlerne, die den Mut gehabt haben und etwas Neues gemacht haben. Sie wollten das und warum nicht? Sicherlich gibt es keine Garantie für einen Erfolg. Aber wer kann uns für irgendetwas eine Garantie geben. Wenn es blöd läuft kann ich morgen über die Straße gehen wollen, ein Auto erfasst mich und dann war es das. Was ich dazu noch sagen möchte ist, dass ich es sogar für ein großes Problem halte, wenn man nicht den lebenslangen Weiterbildungsgedanken hat.

Wer die aktuelle Medienlandschaft verfolgt wird auf Themen wie Künstliche Intelligenz usw. stoßen. Diese neuen Technologien werden die berufliche Landschaft doch sehr stark ins Wanken bringen. Es werden zahlreiche Jobs verschwinden und der Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu. Ein entscheidender Baustein, um dabei nicht unter die Räder zu kommen, ist meiner Meinung lebenslange Weiterbildung.

intqua.de Redaktion: Des Weiteren wird häufig der Punkt „Bewerbung“ genannt. Hier scheinen viele Probleme zu haben eine aussagekräftige Bewerbungsmappe zu erstellen. Sie bieten einen Bewerbungsservice an – wie sieht dieser konkret aus?

Eine gute Bewerbung ist ein entscheidendes Instrument, um an eine neue Stelle zu kommen. Die Inhalte des Lebenslaufs sind sicherlich wichtig. Jedoch bringt es nichts, wenn die Unterlagen vor der Sichtung in den Müll geworfen werden. Genau das ist der Punkt an dem ein Bewerbungsservice wie der von karriere-und-bildung.de arbeitet.

Ich helfe Bewerberinnen und Bewerbern dabei sich positiv zu präsentieren. Dabei gibt es bei mir aktuell keine vorgefertigten Pakete, sondern eine individuelle Unterstützung. Das ist deshalb ein großer Vorteil, weil viele Bewerberinnen und Bewerber bei verschiedenen Dingen Hilfe benötigen. Ein Bewerber braucht beispielsweise eine nur einen Lebenslauf wohin gehend ein anderer Bewerber noch keinen Plan wohin er sich bewerben kann oder soll. Jeder Kunde wird von mir da abgeholt wo er gerade steht.

intqua.de Redaktion: Gerade bei online Angeboten und Fernkursen ist die Selbstdisziplin ein entscheidender Faktor – Haben Sie Tipps für unsere Leser wie sie „am Ball bleiben“?

Bei Fernkursen ist die Disziplin wirklich ein entscheidender Vorteil. Es gibt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nicht durchhalten. Gründe dafür gibt es viele. Die meisten brechen meiner Meinung jedoch deshalb ab, weil sie vorher ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Sie haben nicht, wie ich es immer predige, darauf geachtet was sie wollen. Wenn du kein Ziel hast und ein Fernstudium nur deshalb machst, weil du es musst, wird es nichts.

Der entscheidende Punkt ist, dass du machst was du gerne machst und du mit einem Kurs ein Ziel verfolgst. Die Weiterbildung muss zu deinen Werten und Zielen passen. Wenn es in unserem Leben ein „Warum“ gibt, dann halten wir viel eher durch. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass das Lernen für dich zu Routine wird. Du musst regelmäßig lernen. Das Ganze am besten immer zur gleichen Zeit und am selben Ort. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wenn wir etwas zur Gewohnheit machen, fällt es uns leichter etwas durchzuhalten.

Auch ich hatte bei meinen Kursen immer wieder Probleme mit der Motivation. Bei kurzen Weiterbildungen nicht. Jedoch bei langen Kursen, wie beispielsweise einem Studium kommen immer wieder solche Phasen. In diesen Zeiten ist es gut, wenn wir uns an die Ziele und das „Warum“ erinnern können.

intqua.de Redaktion: Thema Digitalisierung – Ein Schritt in die richtige Richtung für den Bereich Karriere und Weiterbildung?

Ob der Schritt zur Digitalisierung richtig oder nicht ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ob alle Dinge gut werden oder schlecht, muss sich zeigen. Entscheidend wird sein, wie wir damit umgehen. Der Mensch hat deshalb über Jahrtausende so gut überlebt, weil er anpassungsfähig ist. Genau diese Anpassungsfähigkeit wird auch mit der künstlichen Intelligenz usw. wieder extrem wichtig. Es werden Arbeitsplätze verschwinden und es wird auch Verlierer geben. Das ist bei jeder Veränderung der Fall und ist auch in der Natur so anzutreffen.

Für mich gesehen ist es jedoch so, dass ich das Ganze als Chance sehe. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die jammern oder in den Dingen, die kommen das Negative sehe. Ja, es werden auch Probleme auf uns zukommen. Ich freue mich schon drauf und sehe das eher als Chance bzw. als Herausforderung. Wie vorhin schon mal gesagt, ist lebenslange Weiterbildung ein entscheidender Baustein, dieser Zukunft zu begegnen.

intqua.de Redaktion: Ist ein Studium heutzutage ein „Muss“ um im weiteren Berufsleben erfolgreich zu sein?

In manchen Bereichen kommst du ohne ein Studium nicht weit. Wenn du Arzt oder Anwalt werden willst, musst du studieren. Auch in der Industrie oder im Bankwesen kommst du ohne ein abgeschlossenes Hochschulstudium nicht so weit wie mit. Das heißt aber nicht, dass ein Studium ein „Muss“ ist. Das Gegenteil ist der Fall. Ich finde, dass jemand der beispielsweise praktisch veranlagt ist, mit einer Ausbildung besser fährt.

Was bringt da ein Studium, wenn ich Handwerker werden möchte. Ja, ich werde dann mehr verdienen – vielleicht. Jedoch ist die andere Frage ob das glücklich macht. Ich würde mich lieber für den Beruf entscheiden, welcher mir Spaß macht, als für den der auf den ersten Blick hochwertiger ist. Ein weiterer Punkt, den ich hier erwähnen möchte ist das Thema Fortbildung.

Wer eine Ausbildung abschließt kann durch Fortbildung seinen Meister, Fachwirt, Betriebswirt oder staatlich geprüften Techniker machen. Damit lässt sich auch sehr gutes Geld verdienen und das Ansehen wächst wie der Verantwortungsbereich auch. Selbst ein Studium währe dann immer noch möglich.

intqua.de Redaktion: Wann ist eine Karriereberatung sinnvoll? Und für wen?

Eine Karriereberatung macht immer dann Sinn, wenn man nicht weiterkommt. Wer 100 Bewerbungen schreibt und keine Einladung erhält, sollte sich Hilfe holen. Wer sich immer wieder fragt wo die berufliche Reise im Leben hingehen soll und keine Lösung findet, ist bei einer Karriereberatung gut aufgehoben.

intqua.de Redaktion: Gibt es etwas, dass Sie anders gemacht hätten, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten?

Diese Frage habe ich mir auch immer wieder gestellt. Vor ein paar Jahren wäre mir dazu viel eingefallen. Heute möchte ich eigentlich eher nichts mehr verändern. Ich nehme das Leben so an wie es ist. Für mich ist Achtsamkeit extrem wichtig und dabei heißt es auch im „Hier und Jetzt“ zu leben. Hätte ich nicht alles so gemacht wie ich es gemacht habe, währe ich nicht da wo ich jetzt bin.

Daher ist es schon gut so, dass es so gekommen ist wie es gekommen ist. Den einzigen Punkt, den ich vielleicht in Zukunft noch mehr ändern möchte ist, das zu machen was ich wirklich will. Das Leben ist so kurz und wir meinen immer anderen Menschen gefallen zu müssen, obwohl wir gegen unsere Werte und Überzeugungen handeln. Das habe ich schon relativ gut im Griff und möchte es aber noch viel mehr in eine positive Richtung lenken.

Wir bedanken uns für das aufschlussreiche Interview und wünschen noch viel Erfolg auf Ihrem weiteren Werdegang!

 

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