Warum sind toxische Wertpapiere so gefährlich?

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Toxische Papiere liegen in ihrem eigentlichen Wert um ein Vielfaches unter dem Nominalwert und gelten daher als schwer zu veräußern bis hin zu unverkäuflich. Diese spekulativen Wertpapiere brachten im Zuge der Weltwirtschaftskrise viele Banken in finanzielle Schieflage, da sie ein hohes Ausfallrisiko besitzen und für die Bank risikobehaftete Vermögenswerte darstellen.

Definition

Erstmals genannte wurde der Begriff wahrscheinlich im Jahr 2007 im Zuge des Beginns der Weltwirtschaftskrise bzw. Bankenkrise. Eine allgemeine Definition von toxischen Wertpapieren ist jedoch nicht bekannt. Der Begriff gilt als Synonym für komplexe Wertpapierstrukturen, die einen geringeren Wert haben als eigentlich angenommen.

Toxische Papiere beschreiben ausfallgefährdete Kredite, die in komplex gestalteten Wertpapieren verbrieft wurden. Ratingagenturen bewerteten diese Kredite, jedoch auf Grundlage eines Modells, welches für diese Bewertung unzureichend ist. Denn die Bewertung toxischer Papiere war sehr komplex, weshalb die einzelnen Bewertungsgrundlagen nicht einfach zu überprüfen sind.

Durch positive Bewertungen wurde das Ausfallrisiko der eigentlich stark ausfallgefährdeten Kredite verschleiert und bildete somit die tatsächlichen Risiken dieser Wertpapiere nicht genau ab. Selbst Experten sind sich über die Begrifflichkeit von toxischen Wertpapieren und dessen Definition nicht einig, weshalb eine allgemein gültige Definition eben nur schwer zu beschreiben ist.

Toxische Wertpapiere – Warum sind sie so gefährlich?

Toxische Papiere sind Wertpapiere, die ihrer Bewertung nicht gerecht werden und dadurch sozusagen „giftig“ für den Anleger werden. Vor allem für unerfahrene Anleger ist es oftmals schwierig, die verstrickten Wertpapierstrukturen zu durchschauen und die zu hohe Bewertung realistisch einzuschätzen. Erst wenn die falsche Bewertung bekannt wird, erkennt der Anleger die Risiken dieser Wertpapiere. Toxische Papiere können jedoch nur schwer wieder verkauft werden, da sie aufgrund ihrer Struktur stark ausfallgefährdet sind.

Vor allem Banken wollen risikobehaftete Vermögenswerte in ihrer Bilanz vermeiden. Aus diesem Grund versuchten Banken nach der Finanzkrise ihre toxischen Papiere an sogenannte Bad Banks zu verkaufen. Bad Banks, also auf deutsch „schlechte Banken“ sind Finanzdienstleister, die im Zuge der Wirtschaftskrise gegründet wurden, um nicht einlösbare Kreditforderungen und toxische Papiere abzuwickeln.

Diese Praxis wurde verwendet, damit die „normalen“ Banken in ihrer Bonität nicht gefährdet werden, falls viele ausfallgefährdete Kredite gleichzeitig ausfallen würden. Nach der Abwicklung unvorteilhafter Geschäfte werden Bad Bank in sogenannte „Good Banks“ umgewandelt.

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