Betriebsausgaben: Was sind Werbekosten?

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Werbekosten sind Kosten, die einem Unternehmen im Zuge von werblichen Zwecken für das besagte Unternehmen und/oder seine Produkte anfallen. Sie gelten als Betriebsausgaben und sind somit gewinnmindernd anzugeben.

Werbekosten allgemein

Werbekosten bezeichnen alle dem Betrieb durch Werbemaßnahmen entstandenen Kosten.
Als solche gelten die Kosten für die Vorbereitung der Maßnahmen, die Konzepterstellung, den Einsatz der Mittel, angemessene Kontrollmaßnahmen, Personalkosten im Zuge der Werbeaktivität, Ausgaben für Sachwerte sowie Gemeinkosten bei einer vorhandenen Werbeabteilung.

Die Gewinnminderung ist auch anwendbar, sollte ein anderes Unternehmen beauftragt werden, die Werbemaßnahmen in Teilen oder vollständig zu handhaben. Für eine bessere Übersichtlichkeit lassen sich Werbekosten grob in drei Kategorien aufteilen: Kosten für Werbeträger, Sponsoring und Aufwendungen für den Einsatz von Werbemitteln.

Werbeträger

Als Werbeträger werden Werbeartikel aller Art bezeichnet. Hierunter fallen Artikel, auf welche das Logo der Firma aufgebracht wurde, um sie zu verteilen, wie etwa Visitenkarten, Kugelschreiber, Notizblöcke, Mousepads, Tassen usw. sowie alle Arten von Werbeblättchen, z. B. Flyer, Broschüren, Poster. Aber auch Spots im Radio und Fernsehen, die Webpräsenz eines Unternehmens, Telefonbucheintragungen und Zeitungsanzeigen gelten als Werbeträger.

Sponsoring

Als Sponsoring bezeichnet man die Herausgabe von Geld oder Sachwerten an Vereine oder gemeinnützige Organisationen, insofern diese mit einer Gegenleistung für das Unternehmen verbunden sind. Diese Gegenleistung kann zum Beispiel in der öffentlichen Namensnennung des Unternehmens bestehen, in dem Aufbringen des Firmenlogos auf Kleidung oder Sportgeräten bei Veranstaltungen, dem Aufhängen von Plakaten oder Bannern für das Unternehmen.

Aufwendungen für den Einsatz von Werbemitteln

Ferner sind die Kosten, welche durch die Streuung der Werbeträger entstehen, steuerlich anwendbar. Diese beinhalten:

  • die Portokosten für den Versand von Werbebriefen, Flyern, Katalogen, etc.
  • das Anmieten von Werbeflächen an Litfaßsäulen, Plakatwänden, Einkaufswagen, etc.
  • die Gebühren für die Ausstrahlung von Werbespots in Radio, Fernsehen oder Internet

Die Abgrenzung der Werbekosten ist für ein Unternehmen mitunter schwierig und nicht immer exakt durchführbar. Daher wird in vielen Fällen ein festes Werbebudget definiert und nur die darin enthaltenen Aufwendungen als Werbekosten angesehen.

Behandlung in der Gewinn- und Verlustrechnung

Nutzt das Unternehmen ein Gesamtkostenverfahren, so gelten Werbekosten als sonstige betriebliche Kosten. Wendet es hingegen das Umsatzkostenverfahren an, so sind die Werbekosten als Vertriebskosten auszuweisen und können als solche nicht Bestandteil der Herstellungskosten sein. In beiden Fällen ausgenommen sind Personalaufwendungen und Abschreibungen des Vertriebsbereichs.

Erfassung in der Kostenrechnung

Bei Produktwerbung liegen Sondereinzelkosten des Vertriebs vor und eine direkte Kostenverrechnung auf das entsprechende Erzeugnis ist durchzuführen. In allen anderen Fällen ist eine Verrechnung in der Vollkostenrechnung im Rahmen der Vertriebsgemeinkosten notwendig. Jegliche Erfassung erfolgt zumeist auf speziellen Vertriebskostenstellen.

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